Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677106
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Neuntes 
Hauptstück. 
festercm Stoffe. Die beiden Seitensäume sind gar nicht nöthig, 
oder, wenn sie vorkommen, müssen sie die Verkettung zweier 
sich treffender Mauerflächen hervorheben, sich als Verstärkun- 
gen des Gemäuers darstellen, auch als Entgegenstrebendes (gegen 
den Druck des Erdwalls von Innen). 
Ein nach dem Prinzip der Füllung und des Rahmens überall 
gleichmässig umsäumtes Quadergemäuer erscheint schwächlich, 
ist stilwidrig. Sogar bei unbekleideten Backsteinstrukturen ist 
diess zu vermeiden. Die Füllung und der Rahmen sind nur bei 
Täfelungen statthaft, die allerdings auch in Stein konstruirt 
werden dürfen, in welchem Falle aber der Fugenschnitt nicht als 
solcher hervortreten darf. Wegen des Zusammenhangs mit an- 
deren die Mauer als Ganzes betreffenden Fragen mag einiges 
noch hierher Gehörige erst später folgen. 
Die einfachste Verkettung der Quader besteht aus ganz glei- 
chen Stücken, die in stets gleicher Weise über der Mitte des 
nächstunteren zusammenstossen. Alle dritten Stossfugen treffen 
in dieselbe Senkrechte. 
Haben die Quader sehr lange Verhältnisse, so lässt man erst 
die vierten auch Wohl die fünften Fugen in die gleiche Senk- 
rechte fallen, um dem Platzen der Quader bei eintretenden lokalen 
Senkungen des Unterlagers vorzubeugen. Auch das ästhetische 
Auge verlangt diese Sicherheit. 
Wechseln hohe Schichten mit niederen der gleichen Steinart, 
so sollten die niederen Quader kürzere Verhältnisse haben als 
die hohen. 1 
Sind die respektiven Höhen festgestellt, so stehen die respek- 
tiven Längen im umgekehrten Verhältnisse der Quadrate der 
Höhen. Ist z. B. die niedere Schicht halb so hoch wie die hohe, 
so wäre die Länge des kleinen Quaders z der Länge des grossen 
dividirt durch 4. Beträgt diese Länge das Doppelte der Höhe 
des grossen, also das Vierfache der Höhe des kleinen Quaders, 
so ist die Länge des kleinen Quaders : seiner Höhe. Unter allen 
Verhältnissen des grossen Quaders fallen 4 Quader von halber 
Höhe auf seine Länge. 
1 Nach der Forme] n : K1: worin h 1 die Dimensionen der niederen 
11' V11 
und h' 1' die der hohen Quader bezeichnen. Ist z. B. 1' z 2 l, so verhalten 
sich die Höhen nicht wie 1 zu 2, sondern wie 1 zu 
        

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