Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1676969
E560 
lptsti 
Gesetz und dem laonstiruktivcan Bediirfniss ÜIItSPYÜClIÜUIl. Stere o m e- 
trischo Gestalt des lillcm cnts und plzin im etrische Form 
seiner sichtbaren Stirn flachen müssen beide krystalli- 
nis eh regelmassig sein. Beschaffenheit. des anzuwendenden 
Baustoffes, Zweck und Umfang des fundamentirten Werks, vor- 
züglich auch Herkommen und Bautradition, sowie manche andere 
Verhältnisse werden die Art des Hcrvortretens dieses Gesetzes 
bedingen. Kompakte, der allseitigen Regelmässigläeit sich an- 
nähernde ltbrmen der Elemente (wie der Kubus und das Polyeder) 
sind die günstigsten in Rücksicht auf absolute Resistenz, gestreckte 
Formen bieten grössere Vortheile rücksichtlich des Verbandes. 
In dieser doppelten Rücksicht bieten die beiden Kanones der 
antiken Fundamentkonstruktion, die in ästhetisch-formaler Be- 
ziehung vornehmlich zu berücksichtigen sind, Gegensätze; das 
polygone sogenannte kyklopische Blockwerk und das regelmässige 
rechtwinklichte Quaderwerk. Jenes entspricht der ersterwähn- 
ten Rücksicht; die ltegelmiissigkeit seiner Elemente, obgleich nicht 
vollständig, besteht bei den vollendetesten Werken dieses Kanons 
wenigstens prinzipiell. Streben nach polygonaler Regelmässigkeit 
der Elemente, Vermeiden spitzer, sogar rechtwinkliclitei- Kanten, 
als leichter dem Drucke nachgebend, Gewinnen möglichst breiter 
Berührungsebenen, Ausschliessen der horizontalen und verti- 
kalen Fugentlächen, als nicht spannend, sind bei diesem Kanon 
(pderiden Seitendruck der Last und dessen Aufwiegen durch 
Massengegendruck, an Stelle der relativen Resistenz der Stoffe 
gegen Vertikaldruck als Verhandsmittel benützt) für die Elemente, 
deren er sich bedient, form- und massgebend. 
Der regelmässige länglichte Quader, mit seinen vertikalen und 
horizontalen rechtwinkliclit umschlossenen Lagen, Stoss- und Stirn- 
tlächen, entspricht, als Strukturelement, wo nicht dem zweck- 
lichen, so doch dem äs thetis ehen Bedürfniss am vollständigsten. 
Der Bezug zum Erdganzen, worauf das Monument fusst, versinnlicht 
sich in dem Fundament am klarsten durch die horizontale Lage- 
rung seiner Schichten, durch die lothrechten Linien seiner Stoss- 
tilgen, durch die Verkettung seiner parallelopipetlischen Struktur- 
einheiten zu einem harten unlöslichen Steingetlecht. 
Die Stirnßäche des Quaders ist ein rechtirinklichtes Viereck, 
ein regelmassigei" Rahmen und als solcher formal zu behandeln. 
Soll ihm eine struktursymbolische lihßkoratinn zu Theil werden,
        

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