Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1676928
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zumeist bedungen, d. h. die Verkettung; der Strukturelemente zu 
einem festgefiigten Ganzen, und gleichzeitig die gleichniässige 
Vertheilung der Lasten, durch welche der rückwirkenden Festig- 
keit der Elemente, die sonst an einzelnen Stellen überlastet wür- 
den, Unterstützung zu Theil wird. 
Doch ist die relative Festigkeit kein nothwe ndiges Struktur- 
nioment des Gemäuers, und es ist gewiss nicht zufällig, dass älteste 
(iemäuer, deren System sich von der relativen Festigkeit der 
angewandten Steife weniger abhängig zeig-t, aus hartem und dich- 
tem aber sprödem Gestein zusammengefügt sind, dass (lagegen 
der Quaderban in solchen Gegenden seit Urzeiten üblich war, in 
denen zähes blätteriges Lagergestein zum (dir-brauche nahe zur 
Hand lag. l 
1 Die sogenannten knyklopischen lilanern scheinen vornehmlich nur in 
einigen Gegenden Kleinasierls, Griechenlands und Italiens allgemein üblich 
gewesen zu sein. Doch hat man neuerdings auch im Nildelta uralte cyklo- 
Irische Werke entdeckt. Was ihnen Aehnliches in Mesopotamien vorkommt, 
gehört weit mehr dem Brnchsteingemäuer an als dem Polygonbau. Oifenbai" 
ist in dem entwickelten kyklopischen Gemäuer das Prinzip des Gewölbes 
latent; mag man dasselbe durchbrechen, wo man wolle, so bildet sich über 
der Bresche von selbst ein Spannbogen, der sich dem Einstiirzen der oberen 
Manertheile entgmegenstiennnt. Beistehcnde Zeichnung stellt ein Stück der 
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Polygonlnauern von Arges dar, das die vollkoinmenste Ausbildung dieser Tech- 
nik zu erkennen gibt. Denkt man sich den schraifirten Stein aus dem Ver- 
baurle lierausgestossen, so muss das Uebrige dennoch aufrecht bleiben. Eine 
verhältnissmässige Lücke in einem Quaderweirke müsste den Plinsturz des letz- 
teren unfehlbar nach sich ziehen. Ohne Zweifel führten fortifikatorische 
und Strüktivß Gründe, nicht Unkenntniss der Wasserwäige und des Richt- 
scheits die alten Leleger und Pelasger oder welches Volk sonst diese Art. zu 
hauen zuerst übte, auf diese I'll-Endung. Aber nicht mindercs Recht lmttvn
        

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