Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1676886
3552 
Nennt: 
Hauptstück. 
eine sekundäre Technik, d. h. die Stoffe, deren sie sich be- 
dient, sind nicht diejenigen, durch Welche zuerst und zunächst 
der reine, zwecklich-formale Vorwurf verkörpert wurde. Sie ist 
daher hierin an bestimmte historisch-traditionelle Schranken des 
Stils geknüpft, die anderen Stoffen und ganz verschiedenen, den 
letzteren zukommenden, technischen Proceduren ihren Ursprung 
verdanken. 
Die Ideen, deren Darstellung die Stereotomie in diesen ihren 
Anwendungen übernimmt, haben schon vorher in anderen Stoffen 
ihren Stilerfordernissen gemäss bis zu einer gewissen Höhe for- 
malen Ausdruck gefunden. Sie übernimmt sie gleichsam aus 
zweiter Hand; dafür aber ist sie die eigentlich monumentale 
Technik, weil die Stoffe, deren sie sich bedient, die grösst-mög- 
lichste Gewahr der Dauer geben, weil sie auch für das Bilden 
im Grossen und namentlich für gro ssräumiges Bauen Mittel 
bieten, deren Bereich fast unbegrenzt ist, weil schliesslich diese 
Stoffe, vornehmlich die zum Steinbau angewandten weicheren 
Steinarten mit Einschluss des Marmors, aus Gründen der Statik 
und des Massenwiderstands, ihrer Natur nach zum Innehalten 
solcher Dimensionen der Strukturtheile zwingen, die auch den 
Gesetzen der absoluten Stabilität entsprechen, wodurch, wie in 
dem Abschnitte Tektonik  135, Seite 245 dieses Bandes) gezeigt 
wurde, die Monumentalität eines Werks hauptsächlich be- 
dungen ist.  
Somit entbehrte die uns beschäftigende Technik für den wich- 
tigsten und grössten Theil ihrer Anwendungen eines ihr eigen 
angehörigen Gebietes und wäre es schwierig, die bisher beobach- 
tete Folge, wonach zuerst die Fragen über Absolut-Zwecklich- 
Formales und dann die technisch-historischen zu erledigen wären, 
hier gleichfalls inne zu halten. Aber hat sie denn thatsächlich 
gar kein ihr ursprünglich eigenes Gebiet? Wäre ein solches den- 
noch aufzufinden oder ihr nur mit halbem Rechte zuzuweisen, so 
böte sich ein Anknüpfungspunkt den bisher beobachteten Ideen- 
gang innezuhalten.
        

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