Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673597
Keramik. 
Klassifikation 
der 
Gefässe. 
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Nach Alexanders Zeit verkümmert die Vasenfabrikation aus 
gebrannter Erde mit der Ueberhandnahme des asiatischen Luxus 
metallenen Hausgeschirrs. Die bekannte Liste antiker Vasen 
die Athenäus uns erhalten hat, sowie das meiste was der Polyhistor 
über unseren Gegenstand sonst nochvorbringt, bezieht sich nur 
auf Gefässe aus (edlen) Metallen. Sie enthält sehr interessante 
Details, vorzüglich über die üppige gräko-asiatische Vasenkunst 
der alexandrinischen Zeit, ohne jedoch über die Morphologie der- 
selben das gesuchte Licht zu verbreiten. 
Hier istges interessant zu bemerken wie im Zusammenhange 
mit den gleichen Erscheinungen auf allen Gebieten der antiken 
(griechischen) Kunst die spätere Periode wieder gleichsam zu der 
archaischen, in der schönen Zeit verlassenen, Kunsttechnik zurück- 
kehrt; denn vor der Entwicklung der hellenisehen Kunsttöpferei 
bestand in Hellas schon einmal ein sehr bedeutender Luxus in me- 
tallischen Geschirren und Geräthen, dem eine ausgebildete heimische 
Kunstindustrie entsprechen musste, wenn auch anzunehmen ist dass 
diese erst durch fremden Verkehr hervorgerufen sei und sich 
langsam entwickelt habe. Die etruskischen Metallgeräthe, die 
sich in Gräbern in bedeutender Anzahl erhielten, geben auch 
über den Stil der frühen griechischen Bletallotechnik untrüg- 
liehen Anhalt, wenn man nur die allgemeinen Verwandtschaftszüge 
von dem Spezifischen, was der etruskischen Kunst eigen ist, unter- 
scheidet. 
Von den Schalen, paterae, sind wohl zu unterscheiden die 
patinae oder patellae (paropsides, lances), die Essschüsseln, be- 
sonders Fur Fischgerichte, deren zu römischer Kaiserzeit nach 
Plinius Bericht von ungeheurem Umfange aus Thon gemacht 
wurden. Sie sind innerlich mit Bezug auf ihre Bestimmung oft 
mit Fischen, auch mit segclnden Schiffen, dekorirt, wie z. B. ein 
sehr vorzügliches Exemplar das mir von dem britischen Museum 
her erinnerlich ist. 
Sehr vortreffliche Schüsseln von bedeutendem Umfange, zum 
Theil auf besonderen niedrigen Dreifüssen ruhend und von ge- 
triebenem Metall, enthält der etruskische Saal des Br. Museum, 
unter denen besonders eine mit Henkeln, die aus verschlungenen 
Schlangen bestehen, durch Grösse und Schönheit sich auszeichnet. 
Ein seltenes Gefäss aus der glanzvollen, den Reichthum des 
Stofflichen mit hoher Kunst, verbindenden hellenischen Spätblüthß
        

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