Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1676344
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Achtes Hauptstück. 
angehörig schon 
kolonnaden. 
auf 
ägyptischen 
Darstellungen 
ältester 
Holz- 
Zwar liesse sich die Bogenform, wie sie an den nordischen 
Holzkonstruktionen häufig vorkommt, hiergegen aufführen, als 
Zeuge-n des romanischen oder byzantinischen Einflusses bei der 
Entstehung dieser hölzernen Galerieen, aber erstens sind auch Lau- 
ben hnitgraden Architraven nicht selten und zweitens steht der 
Fall in der Kunstgeschichte nicht vereinzelt da, dass der Bogen 
früher als rein dekorative Form auftritt, ehe er Ausdruck oder 
Nachahmung einer gleichgeformten Gewölbkonstruktion wird. 1 
Die Idee liegt gar nicht fern, nichts ist leichter, als das Aus- 
schneiden _oder Verschalen eines mit Winkelbändern gesteiften 
Holzsturzes in Bogenform. 
Aber eingeräumt, letztere sei fremdes Element, so bleibt die 
weitsäulige niedrige Holzlaube der nordischen Holzkirchen als 
räumliches Motiv immerhin unbestreitbares Eigenthum des 
Nordens. 
Auch sonst mag der Einüuss einer sehr ausgebildeten und 
frühen Holzarchitektur auf die Steinarchitektur der Nordländer 
nachweisbar sein; wie wir z. B. schon auf die unverkennbare 
Mischung antiker und nordischer Elemente in dem romanischen 
Zierrathe hingewiesen haben. 2 
150. 
des 
Fachwerksgebäude 
Mittelalters. 3 
Es vibt im Grunde nur drei S steme des Gebäudekonstruirens 
o y 
in Holz; nämlich erstens das bereits beschriebene sog. Reiswerk, 
horizontale Rahmen und aufrechte Säulen mit dazwischen gespann- 
ten Spundwänden, aus Brettern oder Bohlen (Pfosten), die bald 
horizontal, bald vertikal gefügt und in einander gespündet sind. 
1 In Indien und an den ältesten ägyptischen und vorhellenischen Monu- 
menten. 
2 Auffallend ist in dieser Beziehung das Beispiel eines in Stein ausge- 
führten P'achwerks an dem angelsächsischen Thurme zu Earls Barton in North- 
hamptonshire. (Schnaase, Geseh. d. b. K. IV. 2. S. 383). 
3 Vde. Details of Aneient Timber Houses of the 15th and 16th centuries, 
seelcted from those existing at Rouen, Caen, Abbeville Strassbourg etc. by 
A. W. Pugin 4". Lond. 1836. '
        

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