Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1676284
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Achtes H auptstüqk. 
ten zusammengesetzter Bau, als welcher er auch in seiner 
Elevation sich kundgibt, wie sich zeigen wird. 
Vorher ist das gleiche Prinzip der Sonderun g, das den 
skandinavischen Baustil ausmacht, ausserhalb dieses Centralbaues, 
in dem, was ihn umgibt, nachzuweisen. 
Nur zuerst die Wohngebäude. Dahin gehört der Skäli (Chalet), 
ursprünglich eine Holzhütte, Bude, später nimmt er grossartige 
Dimensionen an. Ein Skäli wird beschrieben von 25 Klaftern 
Länge, 13 Ellen Breite und 13 Ellen Höhe; ein anderer von 40 
Ellen Länge und 19 Ellen Breite, durch und durch getäfelt. 
Er War heizbar und diente zu den verschiedensten wohnlichen 
Zwecken, hatte Seitenverschläge und aufgehangte Obcrgcmächer 
(Lopter). Vornehmlich mag er zum Aufenthalt für die zahlreichen 
nicht adligen Gefolgsleute gedient haben. Ausserdem gab es noch 
abgesonderte Stuben, Sprechstuben, Gefolgstuben, Badstuben, 
Wohnstuben und Frauenhäuser. Unter diesen letzteren war die 
Skemma (der Kommenate der deutschen Frauen), der Weiber- 
arbeitssaal. 
Einige hatten einen Oberstock mit Zugang von Aussen, durch 
eine Freitreppe, die zunächst auf eine an der Wand fortlaufende 
offene Laube führte (spätere Einrichtung). Eine Fallthür (Lucke) 
gab die Verbindung im Innern mit unten. 
Die Schlafstube enthielt nichts als Betträume. In der Saga 
Olafs des Heiligen wird ein besonders schön eingerichtetes Schlaf- 
haus beschrieben. Vier Aussenthüren Waren in den vier Wänden 
des quadratischen Hauses angebracht, von jeder führte nach der 
Mitte eine Doppelreihe erzb es chlagene r Holzpfeiler. So entstan- 
den vier Quadrate im Gemache, Welche durch niedrigen Brettver- 
schlag getrennte Kammern bildeten. In der Kreuzung der vier Gange 
erhob sich auf einer bankumgebeiuen Bühne das Bett des VVlrlIhS. 
Ausserdem gab es Erdhäuser (Keller), theils unter den 
Stuben, theils isolirt im Freien, letztere mit den Stuben durch 
unterirdische Gange verbunden, zur Rettung in Feuersgefahr und 
Feindesnoth. 
Wie weit die Trennung der zum Haushalt nöthigen Räume 
ging, beweist, dass auch die Küche ein besonderes Gebäude war; 
davon getrennt wieder das Backhaus und die auf Pfählen isolirte 
Speisekammer Stockabür). Dann gab es Zeugh äus er und 
Aussenhäuscr als Vorrathsriiume für Waffen und Geräthe. Die
        

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