Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1676196
Tektonik. 
'l'echnisch.Historisches. 
283 
Kolophon als die Maler einer Tempelthür. ' (Jener war einer 
der Begründer der historischen Malerschule, der Zweite ein Zeit- 
genosse des Polygnot.) Auf dem Aeusseren der Thüre des APQHQ- 
tempels zu Kizykos war die Befreiung der Melanippe gemalt. 
Auch die Stadtthore erhielten gemalten Schmuck; Athene in 
ganzer Figur, als Polaitis, 2 als Stadtherrscherin. Dessgleichen 
die Privathäuser. 3 
Mit der höchsten Blüthezeit der Kunst traten chryselephantine 
so wie andere kostbare Ornate der Holzkonstruktion an die Stelle 
der ältesten Metallbekleidungen und der das Mittelalter der grie- 
chischen Kunst bezeichnenden Malerei. Dieser Art waren die 
kostbaren von Cicero so sehr gepriesenen Thore des Athenetenipels 
zu Syrakus, mit ihren reichen Beschlägen, über welche das Alter- 
thum eine ganze umfangreiche Literatur besass. 
Dieser neue Bekleidungsluxus erreichte unter den Ptolemäern 
seine höchste Stufe, die kostbarsten Stoffe verschwanden wieder 
hinter der schmückenden Kruste. 4 
Bis zu welcher Üeberfeinerung die Kunst des Leimens und des 
Furnirens zu dieser Zeit und unter den Römern in der darauf 
folgenden gelangte, zeigen die bereits mitgetheilen Furnirplatten 
aus Kertsch und ersieht man aus dem für unseren Gegenstand 
so wichtigen Buche 16 des Plinius. "Dieser Autor gibt uns ausser- 
dem eine sehr auffallende Notiz über drei verschiedene Tischler- 
stile (fabrice artis genera), den griechischen, den kampanischen 
und den sicilischen, 5 allein er unterlässt es leider, ihre Unter- 
schiede näher zu bezeichnen. 
Die Metallthore im Gussstile, als Nachbildungen gestemmter 
Tischlerarbeit, scheinen erst zur Kaiserzeit Eingang gefunden zu 
haben und an die Stelle der ältesten metallbeschlagenen Thore 
getreten zu sein. 
Merkwürdig ist das Wiederauftreten des gleichen Gegensatzes 
zwischen dem blechbeschlagenen Zimmerwerk der ältesten christ- 
lichen Kirehenthore und dem gestemrnten Tischlerwerke, dessen 
Nachahmung Wieder wahrnehmbar wird, so wie der liletallguss in 
1 Analeot. I. 142. Plin. XXXV. 8. 34. Aelian. VIII. 8. 
2 Aeschyl. Septem adv. Th. v. 150. 
3 Lycophron ad Aeschyl. Septem a. Th. v. 356. 
4 Athenaeus V, 205, B, c. XXXVIII. p. 290, Schw. Diod, 
5 Plin. XVI. c. 42 ed. Dellacamp. 
Sie.
        

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