Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1675870
Tßktonik. 
Historisches. 
Technis ch- 
2:31 
Die grosse WViderstandsfähigkeit des Holzes gegen den 
senkrecht auf seine Quersehnittsfläche gerichteten Druck gestattet 
bei Anwendung der Stämme zu vertikalen Unterstützungen Verhalt- 
nisse ihrer Höhe zur Dicke, welche die (für alle aufrechten Körper 
gleichen) absoluten Stabilitätsverhältnisse zwischen beiden Dirnen- 
sionen um vieles überschreiten. 
Zum Ersatze für diesen Mangel an Stabilität und um dem 
Ausbiegen der Stützen unter der Last zu_ begegnen, bedürfen sie 
angemessener Verbindungen durch Riegel, Streben, Winkelbantler, 
Zangen und dergl. 
Ohne diese Mittel müssen auch hölzerne Stützen, die in den 
drei Ordnungen der griechischen Baukunst enthaltenen Normal- 
verhältnisse befolgen, die nicht der so veränderlichen rück- 
wirkenden Festigkeit der Stützen, sondern den constanten Be- 
stimmungen absoluter Stabilität entsprechen. 
Daraus folgt von selbst, dass in der Idolztektonil; entweder 
nur niedrige säulenartige Stützen vorkommen (weil die Hölzer 
im Allgemeinen geringe Durchschnittsilächen bieten), oder zwei- 
tens dass dieselben, bei schlanken Verhältnissen, ZWlSClIGU- 
Verbände (Geschranke) erhalten. 
Ferner erlaubt das Holz, wegen seiner bedeutenden relativen 
Festigkeit und Zähigkeit bei senkrecht auf die Richtung seiner 
Fibern gerichtetem Drucke weitere Abstände der diesem Drucke 
entgegenwirkenden Stützpunkte als irgend ein anderer Stoff (das 
Metall etwa ausgenommen). Die Elasticität und Biegsamkeit des 
Holzes setzt diesem zwar auch hier wieder geWiSSß SChPäHken 
entgegen, die aber weit über die Grenzen desjenigen hinausfzillen, 
was das ästhetische Auge gestattet und verträgt. 
Hieraus folgert sich die Weitsäuligkeit hölzerner Stabkon- 
struktionen, und dieser entsprechende Leichtigkeit der Rah- 
menstüeke bei erforderlicher Sicherung dieser letzteren gegen 
das Einbiegen unter den Einflüssen eigenen Gewichts und üussercr 
Belastung. 
Drittens hat das Holz sehr bedeutende absolute Festigkeit. 
Diese, verbunden mit der zähen Konsistenz und stereotoxnischen 
Bildsiblllkßit Seiner Masse (Eigenschaften, die das Verknüpfen der 
Struktllrthßilß unter sich. sehr erleichtern), verbunden endlich 
mit der Leichtigkeit dieses Stoffes, begünstigt das Aufhängen 
der horizontalen Bestandtheile des Gezimniers. Ein Prinzip der
        

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