Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1675406
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Sechstes 
Hauptstück. 
Drittens das On yxglas. Eine sehr uneigentliche Bezeichnung 
für jene wunderbaren Glasgeschiebe, Womit die Alten eine Art 
konventioneller Nachahmung der Texturen und Farbengemische 
harter und kostbarer Steinarten hervorbrachten. In der That ver- 
fuhr die Natur bei der Bildung dieser letzteren nicht anders. 
Offenbar mussten lllalaxationen und Walzungen (wie man etwa 
einen Kuchenteig mit untermischten Zukkaden, Korinthen und 
Mandeln behandelt) gedient haben, diese Massen vorzubereiten. 1 
Zu diesen Onyxgläsern stehen die oben beschriebenen Mille- 
tiori in nächster Beziehung. 
Viertens die inkrustirten Gläser. Sie unterscheiden sieh 
von den vorhergehenden nur durch eine gewisse Regelmässigkeit 
ihrer Dekoration, hervorgebracht durch Juxtapositionen und Verzah- 
nungen verschiedenfarbiger Glasflächen, eingelassene Niellds und 
Inkrustationen. Die Störungen der Regelmässigkeit dieser Muster, 
die meistens hervortreten, beweisen, dass letztere vor der Vollendung 
der Hauptform des Geiässes angelegt waren. Oft kommen Strei- 
fen Filigranglases als Inkrustationen dieser Gläser vor (Siehe 
Fig. 1] auf Tafel XVI). 
Eine Glasamphora, dunkelblau, hellblau und gelb, mit Zick- 
zackverzierungen und Reifen (in dem Museum zu Neapel, von 
Minutoli, Tab. III. Fig. 2 publicirt) gibt ein schönes und voll- 
kommen erhaltenes Beispiel dieser Procedur. Andere Beispiele 
Enden sich auf Tab. II. desselben Aufsatzes. 
Das Vorhergehende betraf die Stoliivorbereitung, wir gehen nun 
zu denjenigen Proceduren über, die, sich begründend auf diesel- 
ben oben bezeichneten Eigenschaften des erweichten Glases (näm- 
lich dessen Plasticitat, grosse Dehnbarkeit und Biegsamkeit), mehr 
die eigentliche Gestaltung bezwecken.  
Zuerst das eigentliche Formen. Die meisten grösseren glä- 
Decke. Vielleicht ist es diese Procedur die Ziegler in seiner Schrift dem 
Leser vorenthält. Ich bitte mir das Brevet cfinvention aus, falls sie sich in 
Praxi bewähren sollte. (Idtudes ceramiques p. 262.) 
1 Die grosse Mannichfaltigkeit dieser antiken Onyxgläser gestattet kein 
detaillirteres Beschreiben ihrer Eigenheiten. Zwei Bruchstücke aus der Züri- 
cher antiquarischen Sammlung werden hier als Beispiele beigefügt (Tab. XVI 
unter 9 und 10). Andere findet man bei Minutoli und in C. Daly's Revue de 
l'Arch. T. 15, S. 238, mitgetheilt ven J. Jollivet peintre. Auch in Stackel- 
bergs Gräbern der Hellenen sind verschiedene kolorirte Darstellungen gläser- 
ner Onyxgefässe enthalten.
        

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