Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1675046
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Sechstes Hauptstück. 
mit der bereits nachgewiesenen Glasirung ägyptischer Monumente 
aus Sandstein und Granit aufmerksam machen. 
Die Natur dieser leichtHüssigen Steinglasuren ist noch nicht 
genügend untersucht werden, man würde wahrscheinlich dadurch 
in der Kenntniss der antiken enkaustischen 
 Malerei um einen guten Schritt weiter kom- 
  men, deren Verwandtschaft mit der Töpfer- 
 glasur durch immer neue Erscheinungen, 
 die sich darbieten, bestätigt wird. Höchst 
 interessant erscheinen mir in dieser Be- 
 ziehung gewisse Niiancen des bezeichneten 
 ägyptischen und hellenischcn Steinguts, die 
Glasirtes Seingut. sich durch eine eigenthüinliche Art farbiger 
(Aegyptelh) ltlosaikglasur bemerkbar machen; letztere 
ist, in technischer Beziehung, fast identisch mit den in Wachs 
inkrustirten farbigen Ornamenten auf den athenischen Bauwerken 
aus weissem Marmor, die wiederum in ihrer Ausführung den 
Wachsmalereien der weissgründigen Lekythen (ebenfalls mosaik- 
artig behandelte Inkrustationen in Wachsfarben) entsprechen. 
Siehe Birch Bd. I. S. 79 und Bd. II. S. 172. 
Auch die gemeine Praxis der Gegenwart muss sich für diese 
leichtflüssigen fast wasserglasartigen Steinglasuren der Alten in- 
teressiren, indem sie nämlich eine technische Aufgabe, Womit sich 
die gegenwärtige Zeit viel beschäftigt, die aber immer noch nicht 
vollständig gelöst ist, sehr nahe berührt. Es handelt sieh nämlich 
um eine wirkliche Glasur (keinen einfachen Wasserglasanstrich), 
als Schutzdecke für Flächen, aber um eine so leichtfiüssige, dass 
  _e sie mit geringer Hitze auf Flächen von 
 Kalk, Marmor, Elfenbein und dergl. aus- 
 führbar wird. Die Alten kamen dabei, wie 
 hilf"? gesagt, auf die XVachsinkrustation, die aber 
 immer auch kieselhaltig war. Das bei- 
 Jüjiliilri z stehende nach Birch reproducirte dolien- 
  artige Gefäss wurde von Campanari in einem 
Glasirtceugltpäpgutvaäe- Grabe bei Vulci gefunden. Der Grund ist 
blass seegrün (prasinum) mit eingelegten 
hellblauen und dunkelblauen Feldern. Gewissermassen Gegensätze 
hiervon bilden andere nicht minder merkwürdige Produkte ältester 
Töpferei, die sogenannten polirtcn Töpfe, die aus sehr harter
        

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