Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674810
Keramik. 
Täechnisch-I-Iistorisches. 
145 
kles Theseus etc., den Symbolen der Emancipation von der 
alten asiatischen Tradition und Barbarei, abgethan.  Sodann 
die weiteren Schritte, welche die keramische Malerei zuerst noch 
mit der epischen Dichtung in Gemeinschaft gemacht zu haben 
scheint; die Handlung schält sich als Kern immer mehr aus dem 
umgebenden Chor des Figurenkreises, der sie umgibt und dessen 
Vereinigungspunkt sie bildet, heraus, beseitigt das Figuranten- 
Wesen und concentrirt sich. Darauf die reich und fein gefältelte, 
frisirte, aristokratisch- vornehme, manierirte, satzungsreiche und 
doch üppige, bei allem höchst elegante Kunstperiode der 'l'yran- 
nenzeit. Dann der attischc Hochsommer der Kunst, und zuletzt 
die reife emancipirte Malerei des inakedonischen Herbstes, die 
sich in den bescheidenen Werken der Töpferei dieser Zeit nur 
noch schwach abspiegeln, da die Periode des Selbstschaffens und 
der Initiative für diese Kleinkunst schon lange aufgehört hatte. 
Hierüber findet man hinreichenden Stoff zur Belehrung in den 
Hauptwerken über gr. Vasenbilder, 1 worauf verweisend ich die-i 
sen Gegenstand abschliessen darf. 
119. 
Keramik  
hellenische 
Die polychrome 
Sie entstammt in grader Linie der alten mit weissein Pfeifen- 
thon überzogenen buntbemalten Terrakotta, die neben der oligo- 
chromen, durch die Proceduren des Drehens und Einbrennens 
der Glasuren beengten, Technik sich forterhält und um die Zeit 
der höchsten Kunstblüthe zu Athen wieder die herrschende wird. 
Selbst noch unter den gedrehten und glasirten feinen 'l'öpferwaaren 
archaischen Stils zeigen viele den traditionellen weissen Pfeifenthon- 
grund, verbunden mit schwarzer Glasur und anderen über dem 
Weiss befindlichen Farben, meistens rothen, violetten und gelben 
Eisenoxyden. 2 
' Unter den Illustrationen zum öteu Hauptstücke finden sich Beispiele 
von Werken aus allen bezeichneten Perioden der Geschichte antiker Vasenkunst. 
2 Unter diesen ist die sogenannte Arkesilasvase die berühmteste und merk- 
würdigste, auch wegen der bei ihr angewandten Technik. (Ihr Alter wird von 
Ross bis zur 45. Olympiade hinaufgeriickt, von O. Jahn aber ohne Wahr- 
scheinlichkeit in Phidias Zeit versetzt.) Sie ist zuerst ganz schwarz gla- 
sirt, dann mit einer Engobe überzogen, auf welcher, in der Manier des ita- 
Semper, Stil ll. 19
        

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