Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674778
Keramik. 
Technisch-Historisches. 
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Beginne des Tempelbaues bis zu den Römern der gleiche blieb, 
ganz eben so verhält es sich mit dem Stile der Vasen, obschon 
die grössten Unterschiede die Anfänge, die Höhenstufen und 
die Entartungen desselben bezeichnen. 
l) Stotflieh-Technisches. 
Im Wesentlichen Von dem der archaischen Keramik nicht ver- 
schieden, obschon ein Fortschritt in der Technik gleichmässig mit 
Fortschritten im Formalen und Dekorativen schon an den ersten 
Werken, die dem eigentlich hellenischen Stile zugerechnet werden 
dürfen, hervortritt. Die Masse wird feiner und härter, besonders  
verschönert sie sich in der Farbe, deren milder und zugleich 
satter, feuriger Orangethon durch Beimischung von rother Erde 
(rubra, creta, Bolus) erreicht wurde. 1 
Zur Belebung des sichtbaren Thongrundes polirte man das 
Gefass mit der Polirscheibe vor dem Brennen. Oder man über- 
zog das ganze Gefäss, oder einen Theil desselben, mit einem sehr 
feinen durchsichtigen Lustre. Dieser erreichte mit dem Fort- 
schreiten der Technik die höchste Dünne, Gleichmässigkeit und 
Milde des Glanzes; das Schwarz wird egal, Heckenlos und dunkel, 
zuweilen scheint man einen grünlichen Ton desselben erstrebt zu 
haben. Die Methode der Malerei bleibt zuerst die gleiche, näm- 
lich schwarze Figuren und Verzierungen auf dem rothen Grunde 
des Topfes; doch ist dieser wesentlich schwarz, denn nur rothe 
Zonen zur Aufnahme der schwarzen Figuren sind ausgespart. 
Um die volle Entwicklung des Stils herum ändert sich die 
Technik. Das Roth der Masse wird weniger feurig, aber sanfter 
und harmonischer; man spart die Figuren und Verzierungen in 
diesem blassen Grunde aus, macht das Uebrige als Ausfüllung 
schwarz. Die inneren Umrisse und Details werden nicht mehr 
eingekratzt, sondern mit dem Pinsel (schwarz) in die hellgründi- 
gen Figuren mit unglaublicher Genauigkeit und Feinheit aus 
freier Hand eingezeichnet. Jedoch erhält sich eine Periode hin- 
l Nach Suidas wandte man zu demselben Zwecke eine Lasur (ßuqpq) von 
Mennig an, ob zur Herstellung einer durchsichtigen Bleiglasur, bleibt dahin 
gestellt. John, in Seiner Malerei der Alten, gibt an, keinen Mennig gefunden 
311 haben. Das gleiche sagen Brongniart. Salvetat und der Herzog von Luynas 
DWh kallß die Bleiglasur auch in den Jahrhunderten weggewittert sein. 
 (Brongniart I. 552.)
        

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