Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673410
Keramik. 
Einleitung. 
Daher die Trichterform des Halses und die Kesselform des Rum- 
pfes, dessen Schwerkraftsmittelpunkt hier der Mündung möglichst 
nahe gelegt ist; denn die hetruskischen und griechischen Frauen 
trugen ihre Hydrien auf ihren Häuptern,  aufrecht wenn voll, 
horizontal wenn leer, wie nebenstehendes Bild, das sich auf der 
nämlichen hier dargestellten Hydria beündet, zeigt.  Wer den 
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Versuch macht einen Stock auf seiner Fingerspitze zu balan- 
ciren, wird diess Kunststück leichter finden wenn er das schwerste 
Ende des Stocks zu oberst nimmt: diess Experiment erklärt die 
Grundform der hellenischen Hydria, die ihre Vervollständigung 
erhält durch zwei horizontale Henkel, im Niveau des Schwerpunktes, 
Zum Heben des vollen, und eines dritten vertikalen, zum Tragen 
und Aufhängen des leeren Gefässes, vielleicht auch als Hand- 
habe für eine zweite Person, welche der Wasserträgerin beisteht 
das volle Gefäss auf den Kopf zu heben. 
Wie bedeutsam tritt das schwebende geistige und klare Wesen 
der quellverehrenden Hellenen schon aus dieser untergeordneten 
Kunstgestaltung symbolisch heraus, gegenüber der Situla, bei wel- 
cher das physische Gesetz der Schwere und des Gleichgewichts 
einen ganz entgegengesetzten, aber dem Geistedes ägyptischen 
Volks nicht minder entsprechenden, Ausdruck fand! 
Diese bedeutungsvollen Formen wurden als solche erkannt, 
und in Folge dessen zu religiösen und nationalen Emblemen er- 
hoben;  sowie daher der Nileimer das heiligste Gefäss der 
Aegypter war, eben so wurden die panathenäischen Pompen von 
einem Zuge Hydrien tragender Jungfrauen eröffnet.
        

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