Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674723
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Sechstes 
Hauptstück. 
wir die leitende Idee dieser Schrift, wonach der letzte Bezug alles 
zu Behandelnden die Baukunst sein soll, festhalten. 
Eine Geschichte der hellenisehen Töpferei in strenger Durch- 
führung darf schon wegen des engen Rahmens, der dafür gesteckt 
wurde, nicht erwartet werden; auch genügt es für unseren Zweck 
nur gewisse entscheidende Momente derselben festzuhalten 
und zu bezeichnen. Der Uebersichtliehkeit und Kürze wegen 
mag diess in schematischer Form geschehen, mag zunächst das 
Stomieh-Tleehnisehe, sodann der allgemeine formale Habitus, zu: 
letzt das dekorative Element und der BlldGPSClHHUCk der Vasen 
in Betracht kommen. 
Archaisclzer 
Stil. 
Stofflich 
Technisches. 
Die Einführung der Scheibe und der Glasur, letztere als Er- 
satz für den ursprünglichen Thonpfeifengrilnd, erheischte zunächst 
die Wahl eines neuen Teiges; denn mit der alten Terrakotta- 
masse zeigte sich letztere, die Glasur, gar nicht, erstere, die 
Scheibe, nur für gröbere Produkte anwendbar. 
Man brauchte und suchte eine dichtere, stärkeres Feuer ertra- 
gende Masse, die, wegen ihrer Feinkörnigkeit und Plasticität, auf 
der Scheibe zu feinster Blormgebung geeignet sei, die wegen ihrer 
Härte, die sie im Brennen gevrinnt, wegen der Glätte und Rein- 
heit ihrer Oberfläche, der neuen Technik mehr entspreche. 
Nur durch Versuche und Uebergänge geht die Töpferei diesen 
Stoffwechsel ein. Die Masse der ältesten glasirten Töpfe ist noch 
grobkörnig, entbehrt des schönen orangegelben Üllones, den zu 
erreichen das Streben ging. Sie ist mitunter fast so hart wie 
Steingut (gres), 2 schmutzig grau gelblich, weniger homogen und 
1 Nichts ist verkehrter als die Bßlßiüllnllng ägyptisch oder ägyptisirend 
für diese ältesten Glasurvasen, da nicht einmal eine äussere Aehnlichkeit 
mit Aegyptischem hier verwaltet. Die Bezeichnung dorischer Stil, weil 
die ersten auf ihnen vorkommenden Inschriften im dOIiSChGII Dialekte und 
mit ältesten dorischen Buchstaben geschrieben Sind, würde diese Gruppe nicht 
entschieden: genug von der zweiten trennen. 
2 Brongniart Weist auf eine besondere Art frühhellenischer Töpferei hin, 
die er dem hövhsten Alterthume zurechnet. Diese Waam ist nicht glasirt, 
sondern nur mit einigen schwarzen und rothen Lineamenten und Ringen be. 
malt. Ihre Masse ist eine sehr hart gebrannte Terrakotta. fast wie Steingut
        

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