Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674685
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Sechstes 
Hauptstück. 
nachlässig modellirt, 
Wände, gehören sie 
sind aus braungrauer 
dickwändig und ungleich in der Dicke der 
noch der Kindheit der 'l'öpferei an. Sie 
unvollständig gebrannter grober Terrakotta, 
Aelteste hetrurisohe Thougefasse 
gleich den germanischen Urnen mit gereihten Punkten und grat- 
virten Linien in Spiralen und Ziekzacks, mit Höekern und 
Beulen etc. verziert. Andere weisen schon auf bedeutende Fort- 
schritte in der Plastik, d. h. in der Bilclnerei aus Thon, hin. 1 
Sie waren alle bemalt, entweder mit einfachem Anstrich, 2 oder, 
wie die ägyptischen und assyrischen, auf einer weissen Pfeifen- 
thontlecke.   
Aus diesen rohen Anfangen sollte auf dem klassischen Boden 
Griechenlands und Italiens eine besondere sehr ausgebildete plae 
stische 'I'öpferei entstehen, die ihrem Stile und der Art ihrer 
Ausführung nach zu derjenigen Töpferei, die aus der Scheibe 
hervorgeht, in vielen Beziehungen einen Gegensatz bildet, der 
um so grössere Berücksichtigung verdient, als auch die antike 
Baukunst den gleichen Gegensatz an ihren Werken hervortreten 
lässt, wie in dem Folgenden nachzuweisen sein wird. 
Die nächste Stufe auf dieser plastischen Richtung bilden die 
sogenannten tyrrhenisehen Vasen, aus schwaehgebrannter schwärz- 
licher Terrakotta, ohne Glasur, aber wahrscheinlich auf der Ober- 
fläche des Ueftern bemalt. Sie sind noch durchweg aus freier Hand 
gebildet, wie die erstgenannten ältesten Töpfe, mit theils er- 
1 Besonders merkwürdig sind kleine Thonlnüdßlle von Hütten, die man 
tief unter dem vulkanischen Tuife nahe bei Albano fand. Sie enthalten die 
Asche der Todten, die durch eine kleine Thüre als Oeilhung hineingeschaift 
wurde. Ganz ähnliche Hüttenmodella fand man auch in Germanengräbern, bei 
Halberstadt, Aschersleben u. sonst. Visconti, Sopra alcuni vasi sepolcrali rin- 
venuti nelle vicinanze dell" antica Alba Longa. Roma 1817. Lisch über die 
Hausurnen. Schwerin 1856. 
2 Micali und Mon. ined. pl. IV. V.
        

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