Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674668
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Hauptstück. 
Sechstes 
scher Thiere. Man betrachtet diess als einen Beweis (ler Zeit- 
genossenschaft dieser Thiere mit den Menschen, welche diese 
Töpfe machten. 
Alcide D'Aubigny entdeckte in der Provinz Moxosa in Süd- 
amerika, 2 Meter über der Sole des Pampalehms, in einer 8 Meter 
hohen Schicht aufgeschwemmten Sandes, ein Lager von Kohlen 
mit untermischten Topfscherben, woraus er schliesst, dass diese 
Gegend vor der 6 oder S Meter hohen Aufschweinmung be- 
wohnt war. 
Somit wären diess (unter Vielen anderen) Zeugnisse einer ante- 
diluvianischen Kunst! YVas uns aber die Ueberreste frühester Indu- 
strie weit interessanter macht als der wahre oder eingebildete Ur- 
sprung einiger derselben aus vorsündiiuthlichen Zeiten, ist die durch 
sie erwiesene allen Völkern gemeinsame und gleichartige Heilighal 
tung und Benützung der Thongefasse bei Bestattungen, ist ihre auf- 
fallende Aehnliehkeit und Stilverwandtschaft, die hervortritt, auch 
Die Decke (couverte) im engeren Sinne. ein erdiger, glasiger, harter 
Ueberztlg (liüzldspatln, Blmsstein, Lava), sehr glänzend. farblos, durch- 
sichtig, nur bei hoher Temperatur schmelzbar. spröde, unnngreifbar 
für die meisten Säuren (hartes Porzellan; Steingut). 
Das Festen und Brennen. Alle dahin gehenden Operationen. bee 
zweckend den Produkten die Eigenschaften der Festigkeit und der Un- 
ilurchdringlichkeit zuzutheilen, ihnen auch wohl gewisse dekorative Vor- 
züge (des Glanzes, der Durehsichtigkeit) zu geben, bleiben insefxarn noth- 
wendige Uebel, als ihre Anwendung eine gewisse Alteration und theil- 
weise Zerstörung der Fnrm und der Farben des zu Brennenden ziarh 
sich zieht. Wir müssen daher wissen: erstens welche Formen und 
welche Proceduren bei gegebenen Stoffen und bei gewissen flitzegrnden 
in dieser Beziehung die vortheilhaftesten sind. Zweitens wie dieser 
grilsste Vortheil durch die passendste Wahl der Glasur und Malerei 
erreicht wird. Drittens welcherweise ich meine Formen und Gla- 
suren gleichsam rinisstönig zu stimmen habe, damit die vom Brande 
veranlassten Störungen dieser ursprünglichen Missstimmnng eine har- 
monische Resultante hervorrufen. Viertens wie und mit welchen 
Mitteln ich meinen keramischen Zweck erfülle. so dass das noth- 
wendige Uebel des Brennens im mindesten Grade niithig wird. Die 
Griechen bildeten im vollen Bewusstsein ihres Thuns ihre herrlichen 
figulinischen Werke aus Pasten. die lteines bedeutenden Hitzegrades 
bedurften. Den Athenern des 4. Jahrh. v. Chr. war die alte Glasur- 
enkausis noch zu unbeholfen, wofür sie desshalb zu ihren Schau- 
gefässen, die bei leiehtestem Wärmegrarl fixirbare sogenannte Wachs. 
enknusis annahmen.
        

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