Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674653
116. 
Töpferei. 
Aelteste 
Richtung 
Plastische 
derselben. 
Die Grotte von Miremont bei Sarlet (Frankreich) enthält 
Bruchstücke von Töpfen, vermischt mit Knochen antediluviani- 
c) Das antike liustrum. Eine unendlich dünne siliko-alkalinische matt- 
glänzende Kausis, sehr fest, undurchdringlich, unangreifbar durch 
Säuren, von uns noch nicht genau erkannt, viel weniger erreicht. 
Wahrscheinlich durch das Verbrennen der harzig vegetabilischen 
Ueberziige zuerst zufällig hervorgebracht, indem sich im Feuer das 
Alkali der Asche des verbrannten vegetabilischen Stoffs mit dem Kiesel- 
gehalt der Topfmasse zu einem Silikate verband. 
d) Die ägyptische (meistens blaue) Glasur, eine Verbindung von Kiesel- 
erde und Soda, mit kolorirender Beimischung von Kupfer. Ver- 
witterlich und von Säuren angreiflich (vernis). 
e) Die Engobe, eine undurchsichtige Decke, bestehend aus einer erdi- 
gen thonhaltigen Basis, weiss, oder in der Masse mit Ocker gefärbt, 
oder künstlich mit Metalloxyden. Wird auch auf andere Stoffe, Stein 
und Holz, übertragen. Dient zum Aufsetzen weisser, rother, violetter 
und gelber Töne auf den Liister der ältesten Gefässe (Arkesilasvase) 
und als Grund der enkaustischen Malerei auf Werken der Spätzeit 
hellenischer Keramik (Brongniart II. S. 628). Dient auch in der mo- 
dernen Keramik, als Zwischendecke zwischen der thonfarbigen, oft po- 
rösen und rauhen, Masse und der durchsichtigen Glasur, die aufdie- 
sem Grunde, auf dem vorher eingelegte Arbeit, vertieftes Ornament, 
Relief, oder auch Malerei, ausgeführt werden kann, ungetrübt erscheint. 
i) Die antike enkaustisehe Waclismalerei, charakteristisch nur 
für die Zeit helleuischer Kilnstreife und der alexandrinisclien Späte 
periode. 
g) Die gemeine Tüpferglasur (vernis), ein glasiger durchsichtiger 
bleihaltiger Ueberzug, glänzend, leicht schmelzbar und fiir Säuren 
nicht unempfindlich. Den Asiaten seit den ältesten Zeiten bekannt. 
in Europa angeblich erst im 12. oder 13. Jahrhundert wieder erfunden. 
(Die neuesten Analysen ider assyrischen Glasuren, durch Dr. Percy 
in dem Mus. of practical geology zu London, thun dar, dass das 
opake Weiss derselben ein Sodaglas mit Zinnoxyd, das Gelb, das 
gleiche Sodasilikat mit Bleiantimoniat (Neapelgelb) ist: das Blau 
enthält Kupfer, aber auch Blei, so dass WallfSCllGillllCll 
das Bleioxyd nicht allein als Farbe, sondern auch als 
Schmelz diente. Diess Widerspricht der Ansicht. lirongniarfs, die 
Alten hätten die Bleiglasur nicht gekannt.) 
h) Das Email, ein glasiger undurchsichtiger meistens zinnhaltiger 
Schmelz (Assyrier, Chinesen, Perser, Mauren, Luca della Robbia, 
alte Fayencef. 
Sempcr, Stil H. 17
        

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