Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674635
Keramik. 
Technisch-Historisches. 
127 
aus Thon allem Anseheine nach Nachbildungen von Metallge- 
fässen, da sich (im Oriente) die Gefässkunst erst zur Kunst er- 
hoben hatte, mit und nach der Benützung des Metalls zur Ver- 
fertigung der Gefässe. Aber wie bald Wusste man dem neuen 
Stoffe, der gebrannten Erde, seine Natur abzulauschen, wie ent- 
schieden gestaltete sich der Töpferstil, besonders nachdem die 
Scheibe ihre Herrschaft gewonnen hatte, als Gegensatz zum Metall- 
gefässstyl; wie modiiieirte er sich scharf und fein nach den Stoffen 
und nach den Methoden der Ausführung, die in Anwendung kamen. 
115. 
Wechselbezug zwischen 
der 
Geschichte der 
der Töpferei. 
Erdrinde 
und 
Geschichte 
der 
Diess über den Stil in der Keramik als abhängig von den 
drei Eigenschaften aller plastischen Massen, ihrer Plastizität 
Homogenität und Erhärtungsfähigkeit im Allgemeinen. Nach 
der bisher beobachteten Ordnung wäre nun an den Sondereigen- 
schaften der verschiedenen plastischen Stoffe, die in der Keramik 
Anwendung gefunden haben, zu zeigen, Welche Modifikationen 
des Stils durch sie bedungen sind. So erst, mit dem Eingehen 
auf Besonderes, werden jene allgemein ausgesprochenen Grund- 
sätze des Stils praktischen Werth gewinnen und sich durch 
Spezialisirung als richtig erweisen. Ein merkwürdiger (obschon 
erklärlicher) WVeehselbezug, zwischen der Geschichte der Keramik 
und der Geologie gestattet uns dasjenige, was erstere für unser 
Interesse bietet, geologisch zu ordnen.  Man findet nämlich, 
dass die ältesten Topfwerke, in gewissem Sinne zugleich die 
unvollkommensten, alle aus Stoffen bestehen, die durch die 
neuesten Erdbildungen entstanden sind. Diese Erdarten sind 
zwar naheliegend und leicht zu gewinnen, jedoch auch Thonbil- 
dungen ältester Formation liegen oft zu Tage, aber wurden im 
Alterthuin nie benützt, ausser von den Chinesen. 
Im Gegentheil sind die modernen Töpferwerke, seit noch nicht 
drei Jahrhunderten, aus Stoffen gemacht, die, obschon in vielen 
Fällen zu Tage liegend, den ältesten Formationen und Erdschiehten 
eigen sind. Und, was das Merkwürdigste ist, die Töpferwaaren 
der mittleren Zeit, wie die Fayencen und die Steinwaaren, sind
        

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