Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674561
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Sechstes 
Hau ptsti 
ick. 
der nllrstoff" der Keramik, nämlich der Stoff, dessen all ge- 
meine, physikalische und chemische, Eigenschaften die Hauptzügva 
des Stils in der Keramik, so Weit dieser vom Stofiliehen bedungen 
ist, feststellen, dessen besondere, durch dasßMischungsverhält- 
niss, durch die Beimengung anderer Stoffe, durch zum Theil noch 
unerklärte Naturwirkungen, durch besondere Behandlung und 
Bereitung der Paste, oder durch sonstige Umstände bedungene 
Eigenschaften diesen Hauptzügen des keramischen Stils spezifi- 
schen Charakter ertheilen. 
Allgemeine Eigenschaften jener A1aunerdeverbindungen, die 
hier zuerst in Betracht kommen, sind ihre Plasticität oder 
Bilds amkeit; alle aus ihnen gebildeten Kunsterzeugnisse haben 
daher gemeinsam den Typus eines ursprünglich aus 
weicher Masse Gebildeten, der sogar, als allgemginstel. 
Familienzug, solche keramische Werke, die nicht aus weicher 
Masse, sondern aus festen Stoffen, wie Stein, Metall, Holz u. s. w, 
bestehen, kennzeichnet! Der Urstoff der Technik, der sie ihren 
Bestimmungen nach angehören, behält sein altes Recht, obschon 
der Stoff, woraus sie thatsäehlieh bestehen, desshalb das seinige 
nicht verleugnen darf. 
Die Plastieität, obschon die erste Bedingung bei der Fabri- 
kation und der Fagonnirung der Pasten, hat dennoch ihre prak- 
tischen Grenzen, die man innezuhalten hat, denn eine zu plastische 
qnes, Recherche des principes du Beau dans PArchitecture, Part Ceramique 
et la Forme en gäneral. Theorie de la coloration des Reliefs, par J. Ziegler. 
Paris 1850. Der Verfasser war Maler und betrieb zugleich die 'I'öpferei prak- 
tisch. Sein Buch, voll von Paradoxen, enthält auch gute Ideen und nützliche 
Andeutungen. 
Noch ist die studienreiche Introduction historique zu der Description des 
objets d'art qui composent 1a collection Dubrnge-Dumenil, von Jules Labartc 
(Paris 1847), hier hervorzuheben, weil in ihr die Künste des Mittelalters und 
der Renaissance, darunter die 'I'öpferei, in dem gedachten Sinne, nämlich 
technisch ästhetisch, gefasst werden. 
Rein praktisch-industrieller 'I'endenz sind die Schriften von Bastenaire 
D'Audenart über die verschiedenen Zweige der Keramik. 
Zur Vervollständigung des oben aufgeführten Werks von Brongniart, wny- 
auf in demselben fortwährend Bezug genommen wird, dient die von Brong. 
niart und Riocreux veranstaltete Description methodiquc du musee ceramiqne 
de. In manufactnre de Sevres, 1845. 
Unter vielen ähnlichen Werken ist noch zu empfehlen: 
O, Hartmannk Handbuch der Thon- und Glaswaarenfabrikation. Berl. 1842.
        

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