Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673378
Fünftes 
Hauptstück. 
Keramik. 
Aesthetisch  
F ormales. 
Einleitung. 
Unsere Sprache ermangelt eines allgemeinen und umfassenden 
Ausdrucks fir alle Künste deren gemeinsame materielle Grund- 
lage, deren Urstoff, wenn es erlaubt ist sich so auszudrücken, 
der Töpferthon ist, welcher bildsam weichen Masse Form und 
Gestaltung zu ertheilen, sie dann durch Erhärtung zu festen, die 
gleichfalls gemeinsame Urtechnik dieser Künste ward. 
Das griechische Wort Plastik, welches sich bei uns einbürgerte, 
llmsßllliesst nur solche Fälle bei denen diese Urtechnik für bild- 
lfche Darstellung angewandt Wird, es schliesst z. B. die eigent- 
hfihe Töpferei, nach der Bedeutung die wir jenem Worte geben, 
nicht lll sich ein. 
Noch beschränkter ist der Begriff der sich an das letztere 
Wort? Töpferei, knüpft, unter der wir nur das eigentliche rein 
zweckliche und industrielle Topfmachen verstehen.  
Der als Üebersehrift dieses fünften Hauptstücks gewählte Aus- 
druck hat gleich dem Worte Plastik den Nachtheil eines Fremd- 
Wortesß sogar den schlimmeren eines nicht eingebürgerten und pre- 
Zlös klingenden Fremdwortes, und ist dabei genau betrachtet nicht 
weniger SPezlllSCh als die beiden vorhergenannten; denn während 
Plastik auf die Procedur des Bildens und Töpferei auf den prakti- 
Sßhell materiellen Zweck, der zuerst dazu aufforderte, hinweist, 
erinnert Keramik zunächst nur an den zu behandelnden 
Stoff, nämlich an den Thon (nägußoc), der in derjenigen Technik 
von welcher nun zu sprechen sein wird am frühesten in Anwen- 
dung kam, und durch alle Bildungsstufen dieser Kunst hindurch 
SempexyStilII. 1
        

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