Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674359
Keramik. 
Gefässtheile. 
99 
Nebenmotiv, nur noch sozusagen eine Mahnung an die läeivegbar- 
keit des Geräthes ist. 
Da der Fuss der solideste Theil, da er die Basis ist (siehe 
Prolegomena S. XL), so soll er diesem, nicht nur in formaler Be- 
Läy Ziehung, Sendern auch in Rücksicht auf 
 E! liarhenivirkung, entsprechen. Daher 
B;    ist dieser Theil an den antiken Tlionge- 
 i fässen meistens schwarz. Wenn liletall 
  und andere Stoffe, z. B. Glas, Krystall, 
 Porzellan u. dgl. zu der Bildung eines Ge- 
 fäisses ziisammäitreten, so ist der Fuss 
7__  aus Metall zu machen. S0 Wäre es Un- 
"Clgu Jg, egän     
   sinn, einem silbernen Kelche einen kry- 
ömnd mit Andeutung" des stallenen Fuss zu gehen. 
Drelfnssm Kommen hletalle, die an Farbe und 
Glanz verschieden sind, bei der Ausführung in Betracht, so ist 
iiir den Fuss das diinkelfairbigste und inatteste zu wählen. Ein 
silberner Gefässkessel mit matt goldener Basis ist stilgerecht,  
ich möchte dagegen nicht wagen, ein goldenes Gefäss mit silber- 
neni Fusse zu niontiren,  es sei denn, dass der silberne Fuss 
durch Oxydation eine sehwärzlich dunkle und matte Färbung 
erhielte. 
109. 
Der 
Zwischen dem Fuss oder Stand des Gefässes und dem oberen 
Theile desselben, der den Hals bildet, linden nahe Beziehun- 
gen Statt. 
Auch hier tritt eine doppelte Thätigkeit in Wirksamkeit und 
wie dort in einander entgegengesetztem Sinne. Der Hals ist der 
Trichter, um das Gefäss zu füllen, zugleich ist er der Spund, 
um dasselbe zu leeren. Er ist, wie der Stand, nur für das Gefäss 
da, dient ihm, ist äusserlich thätig. Er dient ihm in doppel- 
tem Sinne, doch so, dass die Dienste einander nicht verneinen 
(wie diess beim Fulcrum, d. h. dem Stützpunkte, des Fusses der 
Fall ist), dass sie niemals zu gleicher Zeit in Wirksamkeit treten 
können, sondern hierin sich einander ablösen. Daher ist am 
Halse der dynamische Stützpunkt überflüssig, obwohl er mitunter,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.