Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674345
v8 
Fünftes 
Hauptstück. 
das die Vase bildet, vollständig getrennt sind. Gleiche utilitarisch- 
technische Vorgänge verrathen auch alle andern Kombinationen 
der Vascnkunst, welche letztere in ihren besten Zeiten so Wenig 
wie möglich von dem naturwüchsigen Motiv sich zu entfernen 
bestrebt ist, sich von Spitziindigkeiten fern hält und ohne ästhe- 
tische Metaphysik ihren richtigen Weg findet. 
Zwischen den beiden Extremen, nämlich dem niedrigen Ring- 
fusse und dem hohen Vasenstand, liegt eine reiche Skala von 
Zwischenforincn, bei denen bald der eine, bald der andere Theil 
des vollständig gegliederten Fusses eine Abkürzung erleidet, nur 
noch angedeutet erscheint, oder gänzlich verschwindet. Das Prin- 
zip bleibt bei allen das gleiche, aber dessen Entfaltung modificirt 
sich nach dem Charakter der Vase; wobei wieder möglichste Ent- 
schiedenheit in Beziehung auf das Verhalten des Fusses zu dem 
Kessel zu empfehlen ist. Vergleiche neben den zahlreichen Ge- 
fässexi, die bereits gegeben wurden, noch die beistehenden Beispiele. 
Bei grossen Prachtvasen, Kratern und (lergleichen soll der 
FUSS häuiig als Piedestal wirken, nämlich es soll eine entschie- 
 deno 'l'rennung zwischen dem mit eige- 
 n em Fusse versehenen Gefässe und dem 
  isolirten Untersatze sich zeigen. Die 
iif,   meisten grossen Steinvasen muss man 
i!  Lßdß; ß sich in ähnlicher Verbindung mit Fuss- 
i.  w;   gestellen, die zu ihnen gehörten, denken. 
x     Aber das Fehlende wurde oft geschmack- 
 los restaurirt, zum grossen Naohtheil des 
 Ensemble. Man Inarkire diese Tren- 
 nung, wo sie nicht thatsäehlich bestehen 
 sollte, durch YVeglassen der vermitteln- 
  den Glieder (Spiren, Toren, Heftbän- 
 väpyiik'kiii,i, der), um dem Gefässe den Charakter 
 5' lg i [ß Q5, eines Beweghchen , von dem unbe- 
ilw    lki" weglichen Piedestale Trennbaren, zuzu- 
'  th eile n  
' Schon oben geschah der Kombination 
  Pmchtkrater um Piedesta, des Dreifusses mit dem Säulenfusse Er- 
wähnung, mit Hinblick auf solche Fälle, 
wo der Dreifuss das Hauptmotiv bildet. Hier müssen noch ähn- 
liche Verbindungen genannt werden, wobei der Dreifuss nur
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.