Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674310
Keramik. 
Gefässtheile. 
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Museum (lesLouvre, dem andere auf Reliefs dargestellte ent- 
sprechen (siehe Fig. Seite 21x). Anklänge des Theinafs, ehg dieses 
volle Entwicklung erhält, wie der hier bezeichnete, dienen, in 
den bildenden Künsten wie in der Musik, nicht weniger zur bes- 
seren Verbindung der formalen Theile zu einer Gesannntwirkung, als 
überhaupt zur richtigen Verwerthung und Betonung des Motivs. 
Das Üntergerüst des Kessels beherrscht entweder den letzteren 
durch Höhe und formale Bedeutung, oder der Kessel überwiegt. 1 
Entschiedenheit in dieser Beziehung ist Regel, die jedoch nach 
Umständen Ausnahmen zulässt, so dass ein Gleichgewicht zwischen 
beiden genannten Elementen des Dreifusses rathsam wird. 
Oft verbindet sich der Dreifuss mit einem mittleren Säulen- 
stand (omphalos), der das (schwere) Gefäss in der Mitte des Bo- 
dens stützt. IBei dem delphischen Dreifuss hatte er mystische Be- 
deutung. Diese Kombination, die zumeist an steinernen Drei- 
fiissen vorkommt, am prachtvollsten auf dem Daehe des chow 
ragisehen Monumentes des Lysikrates zu Athen sich zeigt, wo 
freilich der als üppiger IJtlanzenstamm eharakterisirte Omphalos 
des bronzenen Dreifusses, der ihn um-gab, längst beraubt ist, 
führt uns auf die zweite, einfachere, nicht minder bedeutungsvolle 
Form des hohen Gefässstandes. Dieses Motiv ist, wie jener mehr- 
? füssige Stand, noch jetzt im Orient in 
 ) grösster Natureinfachheit anzutreffen. Ein 
 -Stengel oder Stamm, der sich nach un- 
l  ten und nach oben" erweitert und oben 
lf in Becherform endigt, zur Aufnahme des 
e! -  Gefässes; wieder, wie oben, ein Gefäss 
ß   für das Gefäss,_wie unser Eierbecher für 
 b das Ei. 2 (Die Cortina.)  
 Doch mag uns zunächst der unterste 
n Stamm beschäftigen, unabhängig von dein 
Becher, der nur Repräsentant des Getra- 
 Untemm genen ist, dem Stand forlnalenAbschluss 
EM M"S' gibt, seine Bestimmuing ankiindigt. Jener 
1 Vergl. die Figg. S. 14, 1.3, 16, '21, 35 unten 37 rechts. 
2 Siehe beistehende Darstellung eines derartigen Stands aus 'l'erra Cotta 
(Bei-l. Mus.) Vergl. auch die Ampbora auf S. _12 oben mit hohem abgeson- 
dertem Stanä. Ein ähnlicher aus älterer Zeit, mit der dazu gehörigen Vase, 
beschr, v, Cav. de Rossi, mon. ined. 185i. p. 36. (Fig. S. 97 rechts.)
        

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