Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674278
Keramik. 
Gefässtheilc. 
91 
ausgesehmiickte Töpfereien der Hetrusker, und deren stilisti- 
sches Verhalten zu den gleichzeitigen Bronzevasen desselben 
Volks. 1 i    
Erst mit vorgerückter Kunst beginnt die bewusstvevlle Unter- 
scheidung und künstlerische Verwerthung der Schranken und 
Vortheile, die die verschiedenen, der Ausführung sieh darbietenden, 
Stoffe für formales Schaffen mit sich führen und gestatten.  
Doch sind die wichtigen hieran sich knüpfenden Stilfragen so 
eng verbunden mit dem Technischen, dass es gerathen erscheint, 
sie erst später in diesem Zusammenhange wieder aufzunehmen. 
108. 
Der 
Fuss 
(Untersatz, 
Stand). 
Jeder ästhetisch-formalen Nothweniligkeit liegt eine 
thatsächliehe und ganz 11 aiv-materielle zum Grunde, eine 
Nothwendigkeit für die kindlichsten Zustände der Gesellschaft und 
der Künste, die mit fortschreitender Kultur zwar faktisch aber 
nicht formell aufhört, indem sie selbst den höchsten Gebilden 
der vollendeten Kunst ihren unauslöschlichen Typus zmfprägt. Sie 
schreibt die Gesetze des formalen Schaffens; denn in Wahrheit, 
die Kunst erfindet nichts,  alles, worüber sie schaltet, war 
thatsächlieh schon vorher da, ihr gehört nur das Verwcrthcn! 
Ja die Natur, die grosse Urbildncrin, unterliegt hierin ihrem eige- 
nen Gesetze, auch sie vermag nur sich selbst wiederzugeben, ihre" 
uranfänglichen Typen blieben dieselben für alles, was in den 
Aeonen ihr Sehooss hervorbrachte. 
Diese Wahrheit, die durch alle höchsten Gebiete der Kunst 
waltet, bewährt sich auch auf dem bescheidenen der Gcfässkunst, 
und grade diese gibt Gelegenheit sie schlagend. hervortreten zu 
lassen. .   
Wir zeigten, dass der läanch des Gefässes, der seinen Zweck 
in sich erfüllt, deijenige Theil ist, auf den sich alle übrigen Be- 
standtheile des Gefässes beziehen, die also nach Aussen thätig 
1 Siehe Figuren S. 29 oben links, 56111112011, 58, 59, 65, 66 unten, 70 rcclfts. 
Siehe auch Brongniarfs Atlas zum Ülraitü d. a. 0., die deltiächen und gerlnani- 
scheu, sowie die alttyrrhexxischerl 'l'üpfe auf T. XX, XXI, XXIX. --Birch, history 
of ancient pottery V01. U, S. 202. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.