Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614589
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Das Museum besitzt zwei kostbare spanisch-mau- 
rische Fayencen: eine auch auf der Rückseite verzierte 
Wappenschüssel aus dem 15. ]ahrhundert, deren Grund 
von blasser Fleischfarbe ist, und eine interessante, mit 
blauen, kleeblattähnlichen Ornamenten und gelben Ranken 
bedeckte Schüssel. Die italienische Fayence der Renais- 
sance  die Majolika  ist in der Sammlung durch einen 
Teller mit ungewöhnlicher Verzierung vertreten: die Be- 
malung besteht aus einem chaotischen Gewirre von 
Mandolinen und anderen Instrumenten. Es ist bekannt, 
dass Wilibald Imhof Majolikateller direkt von Italien 
bezog; das Museum bewahrt auch einen solchen mit einem 
Alliancewappen der Familien Imhof und Schlauderspach 
(1518); es besitzt aber auch noch Weitere, mit dem offen- 
bar von deutschen Zeicbnern hergestellten Wappen Nürn- 
bergischer Patrizierfamilien geschmückte, also wohl auf 
Bestellung gefertigte Majolikateller. Von den im Museum 
befindlichen, Faenza zugeschriebenen Majoliken ist namenl- 
lich ein Teller zu erwähnen, in dessen Mittelfeld ein 
Amor steht. Von Pesaro scheint eine Schüssel des 
Museums zu stammen, welche im Mittelfelde ein Frauen- 
bildnis zeigt. Unter den Urbino-Tellern der Sammlung 
ist namentlich einer bemerkenswert, welcher auf dem 
mit Grotesken überzogenen Grunde das Wappenschild der 
Familie von Kress zeigt. 
Vom 16. jahrhundert und aus dem Beginne des 
17. besitzt das Museum eine ganze Reihe nachweisbar 
deutscher Fayencen, die durchaus italienischen Typus 
tragen. 
Auch im fibrigen ist die Keramik in der Sammlung 
trefflich vertreten; wir begegnen Trinkkrügen aus Siegburg, 
Nassau, Raern, Kreussen und aus anderen Werkstätten, 
welche das Entzücken der Sammler bilden. Ebenso lässt 
sich das Porzellan in jeder Art "der Form, Plastik und 
Bemalung an Töpfen und Tassen, Schalen, Vasen und 
Tellern, auch in seltsamen und seltenen Erzeugnissen 
würdigen. Von dem roten Böttgerporzellan ist eine be- 
trilchtliche Anzahl interessanter Erzeugnisse vorhanden; die
        

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