Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614330
die Höhe des Kunstwertes nebensächlich ist: diese Samm- 
lung soll eine Illustration der (leutschen Kulturgeschichtc 
bilden. 
Einen wichtigen Zweig der bildenden Kunst reprä- 
sentiert die Miniatunnalerei, welche ihre Vertreter in einer 
Reihe alter Originalhandschriften der Bibliothek hat; es ist 
in Nürnberg aber auch Gelegenheit gewesen, viele aus 
Büchern des I2. bis I7. ]ahrhunderts herausgeschnittene 
Einzelblätter mit zum teil kostbaren Malereien, Initialen 
und Randverzierungen zu sammeln. S0 können wir den 
Entwickelungsgang der Handschriftenmalerei in einer um- 
fangreichen Serie, die über 300 Nummern zählt, verfolgen. 
Das frühe Mittelalter ist freilich darin nur spärlich vertreten. 
um so vorteilhafter aber das 14. und I5. Jahrhundert. 
dessen glänzende Farben und zarte Ausführung selbst in 
den noch handwerklichen Arbeiten miteinander wetteifern. 
während einzelne Blätter der Sammlung nicht nur würdig 
neben den kostbarsten Werken dieser Kunstgattung stehen. 
sondern auch, wie diese, eine Hauptquelle bilden, um 
alle Zustände des Lebens in Krieg und Frieden, Waffen, 
Trachten u. s. w. kennen zu lernen. 
An die Miniaturen schliessen sich die Handzeich- 
nungen an. In diesen Werken haben wir xdas ureigenste 
Schaffen der einzelnen Meister vor uns, denen wir auf 
anderen Gebieten begegnet sindß Mehr als Kunstwerke 
irgend einer anderen Art vermögen sie in die geheim- 
nisvolle Werkstatt der Künstler Blicke zu gewähren, klar 
den Geist derselben vor Augen zu führen. Die von 
keinem äussern Einfluss beherrschten, der Phantasie ab- 
gelauschten, fast absichts- und zwecklos hingeworfenen 
Skizzen, sowie die Studien, für grössere Werke bestimmt. 
in denen sich die ganze Entwicklung grosser Kunstwerke vom 
ersten Lebenskeim bis zur letzten Ausgestaltung verfolgen 
lässt, bringen uns oft dem Verständnisse des Meisters näher, 
als seine vollendeten Kunstwerke, weil wir darin "gleichsam 
sein Schaffen belauschen, weil uns erst dadurch die grossc 
Reife und seltene Durchbildung so vieler Werke erklärlich 
wird. Die Sammlung von Handzeichnungen zählt. jetzt
        

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