Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614283
dieses gewichtigen Faktors in den Einnahmen der Stadt, 
dankbar zu begrüssen wäre, wenn der Gedanke an eine 
lokale Zentralisation in den Kunstsammlungen greifbare 
Gestalt annehme. Und es wurde möglich, dass aus den 
verschiedenen, königlichen und städtischen Gemälde- 
sammlungen eine grössere im germanischen Museum zum 
Zwecke der Belehrung vereinigt wurde. Die reichen Schätze, 
welche sich in Nürnberg befanden, boten Material genug. 
eine der schönsten und lehrreichsten Sammlungen der alt- 
deutschen Schule zu begründen, und manches tüchtige Bild, 
manches Werk hervorragender oberdeutscher und nieder- 
ländischer Meister dieser Galerie anzufügen. Für dieselbe 
konnte jetzt auch ein würdiges Lokal erbaut werden. Die 
Bilder untergeordneten Ranges sind ausgeschieden und bei 
den Fachabteilungen des Museums, wie derjenigen für Kos- 
tümkunde, Kirchengeräte u. s. w. eingereiht worden. Die 
Einrichtung und Katalogisierung der Gemäldegalerie, soweit 
sie als solche in betracht kommt, wurde durch Direktor 
Professor Dr. von Reber und Konservator A. Bayers- 
dorfer in München besorgt.  
Die Malerei in Nürnberg lässt sich wohl nirgends 
in ihrer ganzen Entwickelung so eingehend studieren, als 
in der Sammlung des germanischen Museums. Von dem 
zwischen 1418 und 1422 entstandenen lmhofschen Altar 
in der Lorenzkirclie besitzt das Museum einen wertvollen 
Teil, den Schmerzensmann zwischen Maria und Johannes. 
Auf den zahlreichen frühesten Tafelgemälden Nürnberger 
Ursprungs im Museum begegnen wir fülligen Gestalten, von 
einfach grossen Formen, würdevoll in der Bewegung, ruhig 
und edel im Ausdruck. Diese Kunstrichtung, welche die 
im Mittelalter üblichen überschlanken, haltlosen Gestalten 
mit geschwungenem Leib und konventionellem Gesichts- 
ausdruck völlig aufgegeben hat, vermag den Vergleich mit 
den späteren Giottisten wohl aufzunehmen. Die früheste 
Nürnberger Malerei besitzt in diesen Werken durch Innig- 
keit des Ausdruckes und leuchtende Färbung ausge- 
zeichnete Tafelbilder: ein reiches, dankbares Gebiet für 
den Forscher! Aber auch die Schule von Köln ist trefflich
        

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