Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614221
grossen Männer treulieh widerspiegelt; und in anbe- 
traeht der nationalen und patriotischen Stellung des 
Museums, wie mit Rücksicht auf den praktischen Um- 
stand, dass die Kreuzgänge lediglich durch diese Grab- 
denkmale entsprechende Ausfüllung finden können, sind 
die einzelnen Flügel des Kreuzganges mit diesen herr- 
lichen Denkmalen der figürlichen Plastik versehen worden. 
In der Monumentengruppe der kleinen Plastik, welche. 
soweit die Werke dem Mittelalter entstammen, zur Zeit 
mit der grossen Plastik gemeinsam ihre Aufstellung in 
der ehemaligen Kirche hat, fesselt vor allem die an- 
sehnliche Menge von hochbedeutenden Elfenbeinarbeittxn, 
welche in einer Reihe von Glasschräinkcn aufgestellt sind, 
die auch die übrigen interessanten, zum teile kostbaren 
Originale enthalten. Die späteren Arbeiten haben ihre 
Aufstellung in der Gemäldegalerie gefunden. Und hier 
müssen wir aus der plastischen Kleinkunst jene reizen- 
den Arbeiten des Peter Flötner hervorheben, der nament- 
lich Vorlagen für Goldschmiede fertigte  das NIuseum 
besitzt von ihm, oder doch von einem ihm verwandten 
Meister, eine Reihe kleiner, sorgfältig ausgeführter Reliefs, 
deren Charakter und Stil sich aus den Proben dieser Ab- 
handlung genügend erkennen lassen. Die. in der Sammlung 
gebotene Übersicht gewährt einen nicht uninteressanten 
Überblick auch darüber, welche Materialien man zu jeder 
Zeit vorzugsweise zinwendete, welche Bedeutung Bronze, 
Elfenbein, Alabaster, Speckstein, Holz,-Perlmutter, Wachs 
u. a. zeitweise zukam, und wie sich die Formen in der 
gleichen Zeit nach dem Material verschieden entwickelten: 
wie die Drechslerarbeit in Spielereien ausartete, wie die 
Wachsbildnerei feine, aber auch seltsame Werke schuf. Die 
Sammlung der Originale umfasst bis jetzt gegen fünfhundert 
Stück. Sehr bedeutend ist die Reihe nach Abgüssen von 
Elfenbeinskullaturen, die aus etwa vierhundert Stück besteht. 
Von der römischen Periode bis in das I7. Jahrhundert 
wird hier der ganze Entwickelungsgang klar geschildert; 
man verfolgt nicht nur, welche künstlerische Formen sich, 
mitfortgerissen von der grossen Stilentwickeltmg, hier aus- 
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