Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614218
So 
denkmalen ihre höchste Blüte erreicht haben. teils auch 
deshalb, weil sie naturgemäss in äusserer Verbindung 
mit den beiden letztgenannten Abteilungen bleiben muss. 
In der Sammlung der Grabdenkmale, die bis jetzt durch 
mehr als 20 Originale und über 80 Abgüsse vertreten 
ist, zu denen noch gegen 100 Originalbronzeepitaphien 
kommen, die auf Nürnberger Friedhöfen aufgestellt waren, 
aber von ihrer Stelle weichen mussten, um neuen Denk- 
mälern Raum zu gevwzähren, gelangt neben dem künst- 
lerischen auch das historische Moment zu voller Geltung; 
dieselbe soll in ihrer chronologischen Ordnung auch den 
Entwickelungsgang zeigen, den die Form der Grabsteine 
zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Gegenden 
genommen. Die den ersten Jahrhunderten angehörigen 
kleinen Inschriftsteine mit den Symbolen, die sich 
auch in den Katakomben Roms finden, die grösseren 
mit Kreuzen und Bischofsstäben versehenen, unten 
schmaleren, oben breiteren Steine der Karolingerzeit des 
I0. Jahrhunderts, die einfachen, jedoch schon mit plasti- 
schem Schmuck ausgestatteten Steine des I I. Jahrhunderts 
werden abgelöst von den Hochbildern, den Reliefgestalten 
der Bestatteten auf dem Deckel der Tumba. In ihnen 
besitzen wir für das I 3. und I4. Jahrhundert einige der 
glänzendsten Leistungen der figürlichen Plastik: entwickelte 
sich doch die Gräberplastik in Deutschland ganz individuell 
und selbständig. Die Inschriften, in kurzer Fassung Namen 
und Todestag kündend, sind auf den Rand angewiesen. 
Neben den plastischen Figurengrabsteinen, die als Deckel 
von Tumben über der Erde lagen, erscheinen die bloss 
in den Stein eingeritzten, meist einfachen Stein-, sowie 
die gravierten Metallplatten; auch blossen Wappengrab- 
steinen begegnen wir. Mit dem I6. Jahrhundert erheben 
sich die reich architektonisch ausgestatteten Grabdenkmäler, 
in denen die Figuren in Nischen stehen und häufig die ganze 
Familie, in einem Relief versammelt, um das Kreuz kniet: 
Arbeiten zum teil von höchst vollendeter Charakteristik. 
Diese Sammlung soll aber eine xWalhallacr werden, in 
der sich die ganze Geschichte Deutschlands und seiner
        

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