Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614177
Nischenkacheln, in deren Rahmen die Wappen von Tirol" 
und Österreich durchbrochen eingefügt sind, sodann eine 
Anzahl aus Halberstadt stammender, mit bunten Email- 
farben ausgeführter Nischenkacheln. Die Sammlung be- 
wahrt aber auch eine Reihe von bemerkenswerten, künst- 
lerisch behandelten Scliüsselkacheln des I5. Jahrhunderts, 
dann von Kachelöfen aus der Zeit der Renaissance, welche 
mit Recht illustrierte Prachtausgaben damaliger Hauspoesie 
genannt worden sind. Der Aufbau der Öfen ist stets ein 
vorwiegend architektonischer. Hermen und Karyatiden, 
aber auch wohl Pilaster, betonen die vertikale Gliederung, 
und die einzelnen Felder werden als Bogennischen ge- 
bildet, welche man mit figürlichen Reliefs schmückt. Die 
figürlichen Darstellungen bewegen sich mit Vorliebe im 
Kreise der Mythologie, Geschichte und Allegorie. Unter 
den Öfen des Museums aus dieser Zeit ist besonders 
hervorragend ein buntglasierter Kachelofen mit Darstel- 
lungen der Lebensalter und ein anderer, farbig emaillierter 
mit Allegorien, mehrere grün glasierte mit achteckigem 
und rundem Aufsatz. Einige der Kacheln der Sammlung 
zeigen Darstellungen von ungewöhnlicher Art, nämlich 
perspektivische, von Bogen überwölbte Hallen, deren 
Boden mit quadratischen Platten gepflastert ist. In den 
Kacheln des hier in Betracht kommenden Ofens sind 
Figuren in der Art angebracht, dass sich dieselben 
aus den zwischen den Bogenpfeilern und Fenstern befind- 
lichen Öffnungen herausneigen, während in den Kachel- 
nischen des Oberbaues ganze Figuren in Relief ange- 
bracht sind.  
Unter den Öfen des I7. Jahrhunderts ist von Wichtig- 
keit ein grosser, buntglasierter Tiroler Ofen, welcher in 
Aufbau wie Ornamentik auf italienischen Einfluss deutet, 
ein grün glasierter mit altertümlichen Schüsselkacheln, ein 
schwarzbraun glasierter mit mythologischen Darstellungen 
und ein grünglasierter in Form eines Schrankes. 
Kacheln von Schweizeröfen und ein 1644 von Hans 
Heinrich Pfau in Winterthur gefertigter Prachtofen mit teils 
grün glasierten, teils bunten Kacheln mit bildlichen Dar-
        

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