Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614136
Unter den Denkmälern der römischen Kultur 
sind namentlich einige Gräber römischer Soldaten von 
hoher Wichtigkeit, welche im Museum in derselben Weise 
aufgestellt wurden, wie sie zu Eisenberg in der Pfalz 
gefunden wurden. 
Eine überraschend hohe Entwickelung in der Technik 
zeigen die interessanten Glasgefässe, wie jenes in Mayen 
(Mosel) gefundene mit zwei Köpfen, und Krüge aus ge- 
branntem Thon, dann Schüsseln und Lampen. Auch 
von der Hauptbedeckung der italischen Krieger, einer 
aus mehreren Stücken zusammengenieteten Haube aus 
Bronze, erhalten wir durch die in der Sammlung vorhan- 
denen römischen Helme eine charakteristische Schilderung. 
Unter den Denkmälern der germanischen 
Kultur ragen namentlich Gegenstände hervor, welche 
zu Andernach, zu Mertloch bei Polch auf dem Maifelde, 
zu Kaltenengers am Rhein gefunden wurden. Besonders 
wichtig sind die im Herbste des Jahres 1884 und im 
Winter bis in das Frühjahr 1885 bei Mertloch aufge- 
grabenen Fundstücke, aus denen hervorgeht, dass das 
Leichenfeld, wenn auch einige wenige ältere Grabbeigaben 
sich dort befanden, der karolingischen Zeit angehörte. 
Die ganze Ausbeute des Grabfeldes wurde damals für 
das germanische Museum erworben. Neben den Arbeiten 
aus edlen Metallen befanden sich dabei eine Anzahl 
eiserner Gürtelschnallen und sonstiger Schmuckstücke, die 
mit Silber und Gold tauschiert waren, sowie einige Bronzen. 
Die schönsten Stücke sind Fibeln, die grösste besteht 
aus einer Unterlagsplatte in Gestalt eines Sechzehnpasses 
aus Bronzeblech, auf welchem ringsum ein Bronzerand 
aus ähnlich starkem Bleche aufgestellt ist, sodass eine 
Art flache Schachtel sich bildet, die mit einer wachs- 
artigen Masse ausgefüllt und oben mit einer sehr dünnen 
Goldplatte belegt ist. In der Mitte befindet sich in 
breiter Goldfassung ein ovaler, Hachrund geschliffener, 
grosser Schalengranat, um welchen I6 Steine von ver- 
schiedener Farbe einen Kranz bildeten, von denen 4 rund 
geschliHen, die übrigen Hach waren. Obgleich nicht ganz
        

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