Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613999
eine äusserst peinliche Stellung beschieden, aber schon im 
Frühjahre 1864 verliess er Nürnberg, und am 26. August 
legte er aufatmend seine Stelle nieder. 
Eine Wahlkommission hatte sich zur Wiederbesetzung 
der Vorstandsstelle vereinigt und hatte Verhandlungen 
mit Professor Dr. WV. Rein in Eisenach geptiogen. Die- 
selben führten zur Annahme der Wahl seitens des letzte- 
ren, der jedoch, bevor er seine Stelle antreten konnte, 
am 24. April 1865 starb. Abermals ergaben sich YVahl- 
Schwierigkeiten, bis am 21. Januar 1866 der 1831 zu 
Karlsruhe geborene Architekt Dr. August Essenwein, vor- 
her Professor und Baurat in Graz, gewählt wurde, der 
sein verantwortliches Amt am I. März 1866 antrat. 
In mancher Hinsicht Schüler R. Eitelbergers von 
Edelberg trat er klar und zielbewusst und, wie jener, 
jede Stunde des Tages im Dienste der selbst gestellten 
Lebensaufgabe stehend, mit der Rastlosigkeit des Genies 
ausgestattet, an die Bewältigung einer Riesenarbeit heran. 
Wir dürfen sein freimütiges Glaubensbekenntnis hier nicht 
unterdrücken, das er mit leidenschaftlicher Hingebung 
an das ihm anvertraute Museum niedergeschrieben hat. 
xDer neugewählte erste Direktor konnte nur in der 
Überzeugung die Leitung der Anstalt zur Hauptaufgabe 
seines Lebens machen, dass es ihm gelingen könne, die 
Schwierigkeiten zu überwinden und die Anstalt zu einer 
Wirklichen Blüte zu bringen, die ihr thatsächlich nationale 
Bedeutung geben und so die Einsetzung der Kraft eines 
ganzen Lebens lohnen Würde. Das Programm des neuen 
Vorstandes ergab sich deshalb von selbst: Er wollte all 
das erhalten und piiegen, was allseitige Teilnahme und 
Anerkennung gefunden, vor allem die Mittel zur Erreichung 
solcher Ziele verwenden, die, wenn damals versäumt, 
später nicht mehr erreicht werden konnten; er wollte 
also vor allem die Sammlungen vermehren, statt zufällig 
zusammengekommener Stücke, die als Illustrationen eines 
unsichtbaren Systems dienten, systematisch angelegte 
Sammlungen herstellen, die eine wissenschaftliche Einheit 
bilden, alles zum Studium notwendige Material bieten
        

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