Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg
Person:
Leitschuh, Franz Friedrich Müller, Christoph Germanisches Museum <Nürnberg>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613322
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1613989
Vorstand auf Lebenszeit ernannt wurde. Die Gründe, 
welche ihn zu diesem Schritt bewogen, ergeben sich 
leicht aus der weiteren Geschichte des Museums. 
Nur in den Sympathien des Publikums lag die Kraft 
des Museums, und es musste unbedingt ein neuer Weg 
eingeschlagen werden, um diese rege Anteilnahme auf 
die Dauer zu erhalten. Von diesem Gesichtspunkte aus- 
gehend, wollte der am 27. Oktober 1862 an Stelle des 
Freiherrn von und zu Aufsess gewählte Geheime ]ustiz- 
und Oberappellationsgerichtsrat Dr. Michelsen aus Schles- 
wig die am Ende unausweichliche Reform des Museums 
vornehmen, nachdem er mit Beginn des Jahres 1863 sein 
Amt angetreten hatte. Aufsess verlangte für seine Samm- 
lung 120000 Gulden, ein Preis, welcher dem Kaufwerte 
zu damaliger Zeit voll entsprach. Das Museum aber war 
nicht im stande, die Sammlungen zu bezahlen, ja es 
konnte nicht einmal für die Summe haften. Am 31. Mai 
1863 erbot sich König Ludwig I. von Bayern, wie er 
durch sein opferfreudiges Eintreten die Erwerbung der 
Kartause möglich gemacht hatte, 50000 Gulden zu 
Spenden, falls die übrigen deutschen Fürsten bereit wären, 
für die Nationalanstalt zusammen den Rest der nötigen 
Summe zu gewähren. Doch der patriotische Ruf des 
Königs weckte nicht die erwartete Begeisterung. Mit nicht 
60000 Gulden Anzahlung wurde die Sammlung gekauft. 
Der Rest wuchs der Schuld zu. Am 5. März 1864 er- 
folgte die Uebergabe der Sammlungen zum Eigentum an 
das Museum. 
Die finanziellen Schwierigkeiten waren nicht die ein- 
Zigen, die dem neuen Vorstande hemmend entgegen- 
lraten. Die widerstrebenden Elemente im Ausschusse 
und in dem grossen Beamtenpersonal zu vereinigen, miss- 
lang ihm gründlich, und der Plan, dieselben mit sich auf 
eine neue Bahn zu führen  was freilich nicht ohne Ver- 
lassen der Aufsessschen Traditionen angegangen wäre  
Scheiterte an einem energischen Widerstande. Herr von 
fäufsess setzte alle Hebel in Bewegung, um jede Reform 
1m Keime zu ersticken. So war dem neuen Vorstand
        

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