Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstwerke alter und neuer Zeit als Hülfsmittel für akademische Vorlesungen erworben
Person:
Pyl, Karl Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1607685
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1608132
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Abhandlung üher die Symbolische Darstellung der 
Griechen, Winkelmannsprogramm 1855 p. 15H. er- 
klärte ich die Schlange so, dass sie symbolisch den 
Kampf des Apollo mit dem Drachen Python veran- 
schaulichen solle, ohne mir verhehlen zu können, dass 
diese Deutung gezwungen sei. Um so wichtiger ist 
Göttlings Erklärung, der die Schlange zwar auch 
symbolisch aber nicht im Verhältniss zum Drachen- 
kampf, sondern zum allgemeinen Wesen des Apollo 
fasst. Er erkennt in der Stellung des Bogenschusses 
das Wesen des Apollo als Kampfgott, das die Feinde 
straft und die Freunde schützt, in Lorberstamm 
und Schlange die mildere Seite des Apollo, der den 
Menschen die Heilung und Reinigung bringt. Frei- 
lich ist dies Wesen gerade in dem Mythos vom 
Kampfe mit dem Drachen Python ausgesprochen 
(Vgl. meine Abh. "über die symb. Darstellg. p. 4) und 
im Grunde gelangten somit Winckelmanns und Gött- 
lings Erklärungen zu demselben Ziel, allein, wenn 
wir nicht annehmen wollen, dass die Apollostatue zu 
einer Gruppe gehörte, welche Vermuthung sich nie 
beweisen lassen wird, so passt doch diese allgemeine 
Erklärung von Göttling am besten zu der Einzel- 
Iigur. Auch findet meine oben ausgesprochene Be- 
hauptung, dass jedes vollendete Kunstwerk eine 
sittlichschöne Wirkung äussern müsse, bei Göttlings 
Erklärung um so mehr ihre Anwendung. 
Schon die in der idealsten männlichen Schön- 
heit prangende Gestalt des Apollo, wirkt in sittlich 
schöner Weise belebend und erhebend auf den Geist, 
und obwohl der Körper nur mit einem leichten Ober-
        

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