Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstwerke alter und neuer Zeit als Hülfsmittel für akademische Vorlesungen erworben
Person:
Pyl, Karl Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1607685
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1609289
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 Der Abend an der Wiege. 
Martini del. Guttenberg sc. G. O.' 
In der schönsten Beleuchtung des Helldunkels wiegt die 
Grossmutter das Kind, während die Mutter ihr verliest, rechts 
sieht man eine steinerne Treppe, unterhalb welcher ein Knabe 
im Begriff ist, in den Keller zu steigen, links vor einem Fen- 
ster Schrank und Tisch mit Geräthen. 
Landschaft. 
Die 
Mühle. 
Auf einer Anhöhe, welche noch Spuren der Grund? 
mauern einer verschwundenen Burg zeigt, liegt eine Mühle 
in Abendbeleuchtxlng. Mehrere Wanderer kommen auf dem 
Pfade von der Anhöhe herunter, zu einem Teiche, auf dem 
ein Kahn führt. Im Hintergrund des Wassers liegt ein Kirch- 
dorf unter Bäumen, hinter denen eine Anhöhe emporsteigt. 
Mathieu dei. Dequevauviller sc. G. O. 
Religiöse 
Kunst. 
Es ist eine eigenthümliche Wahrnehmung, dass das, was 
schon Rubens oft nicht erreichte, für Rembrandt unmöglich 
war, nämlich religiöse Gegenstände in jener ideellen Weise 
darzutellen, deren höchste Meisterschaft uns in Raphaels 
Werken entgegentritt. Das was uns in Rembrandts übrigen 
Werken so sehr anzieht, diese charakteristische naturwahre 
Darstellung des Menschenlebens und der Landschaft in jener 
nur ihm und seiner Schule eigenthiimlichen schwermüthigen 
und düsteren Auffassung, die sich auch in dem sogenannten 
Helldunkel technisch ausspricht - gerade dies stösst uns ab, 
wenn wir es ebenso in den religiösen Bildern wiederfinden, 
die wir in der ideellen Auffassung von Raphael und den meisten 
Italienichen Schulen, oder doch wenigstens in der historisch 
lebendigen Auflassung von Tizian, Paul Veronese, Rubens, 
v. Dyk u. A. gewohnt sind. Möglich ist es, dass Rembrandts 
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