Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601139
 
 
Eßißhw? 1411496911: 
getümmel des Malers Sache eigentlich nicht war. 
Die Bilder, welche zwischen die J. 1843 und 
1850 fallen, behandeln zumeist das Leben der 
Jagd und wilden Thiere; man merkt, dass sie 
durch Landscefs Werke hervorgerufen sind, und 
sie zeigen deutlich dessen Einliuss. Dabei wähltei 
der Kiinstlermit Vorliebe Motive von lebhafter, 
rascher, bisweilen gewaltsamer Bewegtheit. 
[lebrigens leiden auch diese Bilder zum Theil an 
zu grossen Dimensionen, denen sich das Talent 
des Meisters nicht gewachsen zeigt. 
Bis 1547 hatte A. zu Liverpool gewohnt; da- 
mals ging er nach London, um dann dort, seine 
Reisen abgerechnet, ständig zu bleiben. Seit 
dem J. 1350 sehen wir ihn in eine neue Bahn 
eintmten. Er widmete sich nun namentlich: der 
Darstellung der Haus- und Zuchtthiere, indem er 
dabei seinen Bildern einen gewissen idyllischen, 
mitunter sogar melodramatischen Charakter 
gab. Eines seiner gralungensten Gemälde dieser 
früheren Zeit, das vielen Beifall fand, ist die 
grossc Rast des Ochsentreibers auf der Insel 
Mull (Hebriden). Zumeist malte er solche Bilder, 
insbesondere zwischen den J. 1850 und 1860, in 
Gemeinschaft mit anderen Künstlern und vor 
Allem mit Creswick, der das Landschaftliche 
übernahm, während A. die Figuren und Thicre 
ausfiihrte. Ansprechende Werke dieser Art sind 
z. B. Ein Tag auf dem Lande (ausgestellt 1851) 
und Die Rache des Schafhirten an einem Wolfe. 
In der Behandlung des Landschaftlichen ist A. 
selber nicht glücklich ; wo es von ihm herriihrt, 
ist es immer weit schwächer als das Figürliche. 
1855 malte er ein recht gelungenes Bild in Ge- 
meinschaft mit dem Genremaler Frith, der sci- 
nerseits die menschlichen Figuren übernahm: 
Die Fütterung der Kälber. 
In den J. 1856 und 1857 bereiste der Künstler 
in Gesellschaft des 1867 verstorbenen Malers 
John Phillip Spanien, wo er namentlich zu Se- 
villa sich aufhielt und dort viele Studien machte. 
EIier fand er zahlreiche Vorwürfe zu Bildern aus 
lem spanischen Thier- und Hirtenleben, welche 
Llen Beginn einer dritten Periode seiner Thätig- 
lcei-t bezeichnen und sein Ansehen auch in Wei- 
zeren Kreisen verbreiteten. Es zeigt sich in 
ihnen cin eingehendes Studium der Thier- 
Zharaktere, während andererseits die Hotte und 
wirksame Ausführung eine meisterliche Hand 
iekundet. Nur hat seitdem sein Kolorit eine  
lunklere Tonart angenommen. Wir nennen von  
ien Bildern dieser Jahre bis in die neueste Zeit: 
Wasscrträger und. Trinkende Maulthiere (1857), 
Die Strasse von Scvilla (1855), Spanischer Blu- 
nenverkäufer (1860), Rettung vor dem Sturme, 
Nilddiebe in der Klemme, Alhambra, Jagd im 
Elochlande (1867), Verwundetes Windspiel (1 F68), 
Zlirsch in der Noth (1869) u. s. w. "Gegenwärtig 
st A. der angesehenste Thiermaler in England; 
loch steht er Landseer nach, der ihn namentlich 
m Ausdruck der Thiere und der Lebendigkeit 
hrer Bewegungen übertrifft. A. hat auf ver- 
sehiedenen grossen Ausstellungen Auszeichnun- 
gen erhalten. 
Notizen von H. A. Müller. 
Sidnßy Üolvin. 
a) Von- ihm radirt : 
1)Jagdhund, ein geschossenes Rebhuhn rindend, 
das in Gras und Zweigen theilweise versteckt ist. 
Br. 227 mil1., h. 164. 
2) The Shepherdis Revenge. Ein Wolf lässt ein 
getödtetes Schaf fahren, indem ihn in die Schul- 
ter ein Pfeil trifft, den ein Schäfer, der in der 
Ferne mit seinem Hunde sichtbar ist, abgeschos- 
 sen hat. Br. 290 milL, h. 215. 
3) Waiting for Help. Deer-stalking. Zwei Hetz- 
hunde an der Koppel bewachen einen todten 
Hirsch, der von ihrem Herrn geschossen werden. 
Br. 307 milL, h. 217.   
4) Highland Shepherd. Ein alter schottischer Schä- 
fer liegt, eine Pfeife rauchend und in seinen Plaid 
eingewickelt, hinter einem Felsen, um sich vor 
dem Wind zu schützen; sein Hund sitzt ihm zur 
Seite. Br. 223 milL, h. 175. 
5] Plnughing in the Spring. Aussicht vmn Rand 
eines Hügels, ein Mann treibt seinen von zwei 
Pferden gezogenen Pflug nach vorn, ein anderes 
Paar Pferde ebenfalls ptliigend in der Ferne. 
Br. 225 milL, h. 177. 
(i) lnterrupted meal. Wolf, im Begriff ein Schaf 
zu verzehren, wird daran von zwei über ihm 
kreisenden Adlern verhindert, gegen die er 
knurrrend seinen Kopf wendet. H. 250 mill., 
br. 174. 
7] Retriever and Hare. Hund mit seinem Kopfe 
nach Vorn stehend, im Maul den noch lebendi- 
gen Hasen, wie wenn er auf seines Herrn Ruf 
wartete. H. 250 mill'., br. 175. 
S) Death of the Steg. Zwei Darstellungen auf 
einem B1. Oben: Das sterbende Thier auf sei- 
nen Vorderbeinen vor Erschöpfung zusammenl- 
brechend. Unten: Es liegt todt auf dem Rasen 
mit ausgestreckten Gliedern. H. 304 millim., 
br. 210. 
9) Ein Schäfer von seinem Hunde begleitet ruht 
unter den Aesten einer Eiche aus; um ihn zer- 
streut seine Heerde. Rechts führt ein Fussweg 
an einigen Räumen vorbei. Radirt für die Lon- 
doner Art-Union." Br. 254- mill., h. 176. 
10) The See. S-hore. Das Meeresufer. Der auf- 
gehende Mond erhellt einen schwerbewölkten 
Himmel; zwei Möven sitzen auf einer Sandbank 
im Vordergrunde, während eine dritte ihnen zu- 
fliegt. Radirt für die Londoner Art-Union. 1870. 
Br. 250 milL, h. 173. 
11] Highland Sheep. Ueber einem See fliegt eine 
Vögelschaar; ein Schaf mit zwei Lämmern ste- 
hen auf einer Erhöhung im Vordergrunde. Rad. 
für die Londoner Art-Union 1871. Br. 228 mill, 
h. 150. 
 Der Park. 1865. Br. 213 milL, h. 177. In: 
Selection of Etchings by theilltching. Club; 
13) Sleepest or wakest thou? King Lear. Art 3. 
Scene 6. Schlafender Schäfer und Schlafender 
Hund. 1843. Zwei Stücke auf einem B1. H. 301i 
milL, br. 214. In: Sheakespeards Songs illu- 
strated by the Etching Club. Taf. 10. 
14] Winters Song. Lovers labmir lost. Eine Eule 
auf dem Ast eines Baumes. 1843. H. 306 mill.. 
br. 214. Auf einem B]. mit einer Radirung von 
11 "i
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.