Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1601110
Ansaldo     Ansaloni. 81 
zeugen, sowie die Raschheit, mit der er seine Zeichnungen entwarf oder mit literarischen Ver- 
Arbeiten zu Stande brachte. Einmal, da er sich suchen, z. B. Abfassung von Komödien, sich ab- 
zu Tortona befand, wo gerade das Bild eines der gab. 
Schutzheiligen der Stadt im Dome aufgestellt Man hat den Künstler in seiner Manier meistens 
werden sollte, aber zum grossen Aergerniss der als einen Nachfolger des Paolo Veronese be- 
Einwohner zur rechten Zeit nicht fertig gewor- zeichnet, und in der That scheint er in der Man- 
den war, ging man ihn um Vollendung desselben nichfaltigkeit der Anordnung, der reichen Kom- 
an; das lehnte er zwar ab, malte selber aber in position und der perspektivischen Darstellung 
wenig Tagen ein Bild mit demselben Gegen- einer prächtigen architektonischen Umgebung 
stande und machte es der Kirche zum Geschenk.  darin er besonders gepriesen wurde  Man- 
Es stellte den Märtyrer S. Marciano, den ersten ches von ihm gehabt zu haben. Andrerseits aber 
Bischof von Tortona, vor und war am Ende des finden sich deutliche Anzeichen, das er sich Van 
vorigen Jahrh. noch vorhanden (vielleicht noch Dyck (dessen Aufenthalt zu Genua in das J. 1621 
daselbst). Der nächstfolgenden Zeit scheinen auf 1622 fällt) zum Vorbild genommenzvornehm- 
seine besten Kirchenmalereien anzugehören  lieh in einem Bilde der Sammlung der Akade- 
namentlich eine Darstellung des hl. Carlo Borro- mie zu G enua, das mit seinem Namen 
meo, wie er mit dem Kreuze der Pest in Mailand ANDREAS . 
Einhalt-thut, für die Kirche SS. Niccolo edErasmo ANSALDUS 
in seiner Heimat, und das letzte Abendmal für PINX. m. 
S. Antonio Abbate zu Genua (1629). In letzterem bezeichnet ist. Es ist eine Kreuzabnahme, sehr 
zeigte er sich als Meister in den Verkürzungen tüchtig, breit und markig gemalt, mit gut ver- 
sowie in der perspektivischen Behandlung der standenem Helldunkel, so dass man an Correggio 
architektonischen Szenerie. Zu der Zeit, da er erinnert Wird. Die Hauptfigur aber ist ganz der 
5m dieses Werk die letzte Hand legte) ggl-jeth 91- bekannte aufrechte lind 112.01] VOIII verkürzte 
wegen einer Bestellung, die er sich ungern ent- Christus des Van Dyok, dem  Johannes im 
gehen sah, mit dem jungen Maler Giulio Benso in Schoosse liegend; Magdalena hält seinen linken 
Streit", der für ihn einen beinahe verhängniss- Arm, die Hsndwunds mit einer Feder berührend 
vgllen Ausgang genommen hätte; es kam zu  ihr KOpf {S12 durch RBÜGXG beleuchtet, wie bei 
Phätlichkeiten, wobei A. durch einen Messerstich J. Jordsens. Dass der Meister, wie seine Biss 
eine ernstliche Verwundung erhielt. graphen rühmten, zu den besten oberitalienischen 
A. war, wie die meisten Künstler dieserEpoche, Mniernjener Epoche Zäiliie, geht auch aus diesem 
lehr produktiv undführte viele Malereien (welche Biide iieYVOT-  Von Seinen Fresken in den 
Soprani aufzählt) in Oel wie in Fresko sowol für Gerinnsel" Pniäsieii geheim sich Wenig eiiiaiieii 
(irchen als für Paläste aus. So malte er zu zu haben- 
lrenua in einem Saale des Palastes Spinola in Seine Sciiiiiei Waren Oinlin di Ferfnri, Gin" 
1er Vorstadt San Pier d'Arena die Kriegsthaten Vanßillnn ASSeTßÜtO (nicht Lazlßrßfto). GinnePPe 
.es "Marchese Federigo Spinola in Spanien, im Bndninno unfi Bimnioniineo 33950- 
ialast Brignole-Sersale die Geschichte Samson's, S- sfiPrsnl, L8 Vüe 66' Pittori etc. Genovesi; 
owie Fresken an der Fassade des Palazzo Impe- Qenova 1674" Pi)" 141-146"  Baldinumili 
iali" dann in der Ku el der Kirche Annunziata pperei in" 479-48!"  Serie degh Uomii" 
 l  pp  lllustri lll Plttura etc. IX. 107 IT.  Bartol1, 
ine Himmelfahrt ein Man? (letztere 1700 von Notizia etc. II. 86.  Ratti, Istruzione etc. 
rregorlo de' Ferrari restaurirt). Es scheint, dass (di Genova) p_ 335 und Passim  Mini", 
1m die viele Arbeit, die er in Genua fand, unter Voyage en Savoie etc. II. 166. 190. 199. 206. 
en Kunstgenossen manche Neider zuzog; die s)? 
intwürfe zu der letzteren Malerei wurden stark 1) Sein Bildniss, Giirtelbild. Gest, von L_ G_ 
etadelt, doch als sie darauf A. an die Florenti-  Gllidotii, inl Sßlifnni, Viie 58' Piiiüri 
er Akademie zur Begutachtung einsohickte, von am GenovesL Genova i7ii8"69- 4- 
ieser und namentlich von den Malern Domenico 2) "f D 85511 gestl im? B' Qsismbiei- I" der 
,assignan0 und Jacopo da Empoü sehr gelobt. äeriäigegi omini illustri nella Pittura etc. 
 versäumte nicht dieses Gutachten bekannt   
1 machen, indem er es zum Druck bringen liess, Nach Seiner Zeichnung gestochen: 
"(i führte min auch das Werk unter aiigemeiner Das Titelbl. zu; Scielta di Caratteri diversi etc. 
ustimmung der Genueseraus. Allein unter den Gast. von C. Cungin s. kl. qu. Fol. 
eidern war ihm manch stiller Feind geblieben,  s. Heineken, Diot. 
nd als er noch an der Arbeit war, erhielt er W. Schmidt. 
nes Tages beim Ausgang aus der Kirche von Ansnloni. Vincenzo Ansaloni, Maler von 
nem Unbekannten einen Stich in die Seite, der Bologna aus der Schule der Oaracci, der um 1615" 
n wieder für einige Zeit auf das Krankenlagei" blühte und einige Malereien daselbst hinterlas- 
arf. Ueberhaupt hatte er mancherlei Missge- sen hat. Ohne dass er sich unter den Caraccisten 
hick, wie er denn ein ander Mal vom Gerüste auszeichnete, besass er doch die Geschicklich- 
el und einen Beinbruch erlitt. Aber auch bett- keit jener Schule. Sonst ist Von ihm nur noch zu 
gerig war er immer beschäftigt, sei es, dass er bemerken, dass sich durch ihn Guido Reni in 
lI e ye r, Künstler-Lexikon. II. 11
        

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