Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1607448
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J acopo de' Barbari. 
 
 
rechte gelegt, während sie mit der linken Hand blasender Satyr. Auf der linken Seite, am Fuss 
ihr Gewand hält. Neben ihrem Kopfe sieht man eines hohen Baumes, sitzt eine junge Frau, die 
eine Schlange in eine Felsenritzehineinkriechen. ihr Kind vor sich stehen hat; eine andere neben 
Rechts ein diirrer Baum, dessen Zweige an den ihr knieende junge Frau und hinter dieser eine 
oberen Rand des Blattes hinanreichen. H. 178 dritte, stehend, beobachten den Vorgang. Am 
mill. Br. 118.  Obwol dieses Bl. nicht das ge- Sockel des Altars das Zeichen. H. 97 mill. Br. 
wöhnliche Zeichen führt, wird es jedoch, glaube 113.  B. und Ottl. 21.  Gal. 22. 
ich, mit allem Recht dem Meister mit dem I. Mit dem Phallus an der Henne. 
Schlangenstabe zugeschrieben, auf welchen das II. Von dem mit Schrafilrurlgen überstrichenen 
Ueberschlanke der Figur, das Uekritzelte der Phallus sind nur noch die Konturen der 
 Schraffirung, die Feinheit der ganzen Ausfüh- Hoden sichtbar. 
rung genügend hinweisen. Mit der Imrstellung Kopirt mit AbänderungenvonN. Wi lborn , 
ist, nach Ottl. II, 593 und Pass. lll, No. 28, dessen Monogramm auf einem Täfelohen unten 
sKleopatrac, nach Gal. 12 nAriatlnea gemeint, in derEcke links angebrachtist. Die acht Figuren 
und diese letztere Benennung ist, wenn auch sind nicht in einem Gehölz, sondern im Vorder- 
nicht gewiss die richtige , jedenfalls angemes- grunde einer bergigen Landschaft. Auch unter- 
sener. Bei Nagler, Monogramm. Ill, 772 und scheidet sich die Kopie vom Original dadurch, 
773 wird dieses Blatt zweimal aufgeführt und dass sie höher, als breit ist. ll. 154mill. Br. 110. 
verschieden benannt; es heisst unter No. 13 die 28) Die Gefesselten. Drei nackte Männer an einen 
usterbende Kleopatraa und unter No. 33 die dickstämmigen Baum im Walde festgebunden; 
sBadendeu. einer, in der Mitte stehend, mit aufgehobenen 
26) Das Brandopfer für Priap. ln der Mitte die Armen; ein zweiter, links auf den Knieen, von 
Herme des Gottes. Eine rechts danebenstehcrlde  vorn gesehen; der dritte sitzt zur Rechten und 
Frau hat auf den Armen ihr kleines Kind, wel- zeigt den Rücken. Unten in der Ecke rechts das 
ches dem Gotte einen Kranz darbringt. Eine Zeichen. ll. 160 mill. Br. 100. B. und 0ttl.17, 
andere Frau, zur Linken stehend, den rechten  Gal. 26.  Verkehrtseitig und in verkleiner- 
Arm auf ein mit Kornähren angefiilltes Horn ter Dimension kopirt von l. H opf e r. 
des Ueberilusses gestützt, verbrennt mit der Lin- 29) Zwei Gelehrte. Zur Rechten auf einer Bank sitzt 
ken Myrtenzweige in der Glut eines auf den ein alter Mann im Mantel; er hat vor sich ein 
Altar gestellten Kohlenbeckens; durch den auf- offenes Buch und wendet den Kopf nach einem 
steigenden Rauch wird das Zeugungsglied an der andern grösstentheils unbckleideten alten Mann, 
Herme verhüllt. Zwei Matronerl (im Mittel- der höher als er vor einem Pulte sitzt und die 
 grunde) sind bei der Opferhandlung zugegen. rechte Hand auf ein darauf liegendes offenes 
Ganze Figuren auf einem halb schattirten, halb Buch legt. Oben rechts das Zeichen. H. 133 
weissen Grund. Oben links, an einem Baumast mill. Br. 109.  B. und Ottl. 15.  Gal. 25. 
aufgehängt, ein leeres Täfelchen und das Zei- 30) und 31) Mann und Frau. Der Mann, im Spitz- 
chen. H. 230 mill. Br. 168.  Hauptblatt; B. und hut und iirnrllcher Kleidung, trägt auf der Schul- 
Ottl. 19.  Gal. 21. Abgebildet in den Helio- ter eine korbförrnige Wiege und hat in der Rech- 
gravures von Amand Durand, I. Pl. 20.  ten einen Henkelkrug; er geht nach rechts und 
(Mit dem Datum 1501. Dieser Abdruck ist mir blickt hinter sich. Auf weissem Grund. Unten 
nicht aus eigener Anschauung bekannt, aber, wie rechts das Zeichen.  Die Frau, mit Türken- 
ich allen Grund habe zu glauben, wirklich vorhan- bund und langem Kleide, ein Kind auf dem Arm, 
denJ-Bartschhiilt dieses B1. für eine Kopie mit hat in der linken Hand einen Napf und auf dem 
etlichen Abänderungen nach einem seltenen Ku- Rücken eine Kunkel. Auf weissem Grund. Unten 
pferstich des Agostino Veneziano (B. 336]; aber rechts das Zeichen. Zwei Seitenstücke. H. 83 
abgesehen davon, dass der letztgenannte Kupfer- mill. Br. 43. -B. und Ottl. 11 und 10.  Gal. 27 
stich bei weitem der jüngere ist, gestattet auch und 28.  Kopirt von l. Hopfer  wel- 
die Verschiedenheit in der Darstellung des Gc- eher die beiden Figuren auf einem Blatte, und 
genstandes nicht wohl diese Annahme. Barbari und wie der Glorienschein um den Kopf der Frau 
zeigt eine Opferhandlung im Freien; bei Ago- und der darüber schwebende hl. Geist anzeigen, 
stino Veneziano sehen wir ein Gelübde im Tem- als Maria und Joseph dargestellt hat. Barbari 
pel (von den beiden jungenFrauen hält die eine dachte offenbar nicht an dieses heilige Paar; eher 
das charakteristische Glied der Priapherme, wäh- könnte man glauben, dass er Adam und Eva ge- 
rend die andere ihr Kind dem Gotte hinhält]; meint habe. 
doch haben beide Darstellungen viel Aehnliches 32) Eine Mutter in sitzender Stellung, mit dem 
in der Anordnung der Figuren und vermutlich rechten Arm ein Kind an die Brust schliessend. 
liegt denselben das nämliche Vorbild eines an- Ein Mann steht zur Rechten, links oben der Ga- 
tiken Reliefs zu Grunde, das in beiden ver- duceus. H. 177 mill. Br. 101.  So beschrieben 
schieden, nach individuellem Ermessen abgeän- von Harzen, in Naumann's Archiv, I. 216xund 
dert wurde. bei Nagler, Monogramm. lll. 773, No. 29. 
27) Das Trankopfer für Priap. Die Qpfüfllalltllllllg 33) Eine nackte Frau, in Federhut, stehend und 
geschieht in einem Gehölz, wo die Herme des vo'n vorn gesehen, hält mit beiden Händen eine 
Priap von fünf Frauen umgeben ist. liVährend Schärpe vor ihrer Scham.  Ein schlechter Ku- 
in einem Riiucherfass auf dem Altar der ange- pferstich, abgebildet in der Gazette des Beaux- 
zündete Weihrauch dampft, schüttet eine zur Arts, 1873, Bd. VIII, 225; hier dem J. de' 
Rechten stehende Matrone über das Zeugungs- Barbari zugeschrieben und obendrein für ein 
glied des Gottes einen Trank, der in einen Napf, Niell ausgegeben. 
welchen sie in der Linken hält, hcrabtliesst; sie 34] Die Badestube. Männer und Frauen baden zu- 
hat zur Begleiterin eine andere Matrone, und ne- sammen in einer Marmorwanne. Ziemlich 
ben beiden sitzt auf einem Baumstumpf ein tlöte- frei behandelte Composition von eilf Figuren
        

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