Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1607408
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Vffäwovß (19,77 Bßrbßri- 
In einem zweiten Inventarium der Kunstge- 
genstände der Erzherzogin, vom J. 1524, treffen 
wir wieder den hl. Antonius, den Armbrust- 
sehützen, hier beschrieben nein Mann mit einem 
Hirsehkopf, einen Sehnäipper in der Mitte und 
die Spannwippe, köstliches Stück", das Crueifix 
mit dem Zusatz, dass am Fusse des Kreuzes 
zwei Todtexisehädel und ein Pferdekopf liegen; 
sodann noch ein fünftes Bild, nämlich das Por- 
trät der Statthalterin, nein köstliches Gemälden 
nach der Aussage des Inventariums. 
Die Anzahl der auf unsere Zeit gekommenen 
und bisher bekannt gewordenen Bilder des J. de' 
Barbari ist gering; ich habe von denselben nur 
das in der Sammlung des Herrn Galiehon zu 
Paris befindliche gesehen is. imten), die Übrigen 
Lsind folgende: 
 vEin Stillleben, in der Galerie zu A u g sb u rg; 
 Ein todtes Reblnlhn, ein Paar Eisenhandsehuhe, 
lzwei stählerne Armbänder und ein Pfeil (oder 
Bolzen) , am Nagel einer Holzwand hängend, 
Wvon deren gelblich grauen] Grund sich diese mit 
ausserordentlicher Zartheit und Bestimmtheit 
durchgeführten Gegenstände fein und scharf ab- 
heben. Das Bild ist auf Holz und Kreidegrund 
gemalt und hat folgende Bezeichnung: 
v 
Au gemh 
 
f r 7 
nDer Heiland, Brustbild , unter Lebensgröße. 
Auf dunklem Grunde, bezeichnet : IA DB, zwi- 
schen den beiden ersten und den zwei letzten 
Buchstaben der Caduceus. Aus dem Praudschen 
Kabinet in Nürnberg; gegenwärtig im Museum, 
zu Weimar".  
ßEin ähnlicher Christuskopf, ebenfalls bezeicl1- 
net. Im Privatbesitz des Herrn Friedrich Lipp- 
mann in Wien". 
wEin drittes Bild ähnlicher Art, Christus mit 
segnender Handbewegung, in der Gal. zu Dre s- 
den. Ebenda: Die hl. Katharina und die hl. 
Barbara, in halber Figur, vermeintlich Seiten- 
iiiigel eines Altarschreinsax 
"Ein alter Mann im Gespräch mit einer jungen 
Itrau. Bezeichnet: IA DA BARBARI MDIII und  
mit dem Schlangenstab. In der Sanunlung dcs1 
Rathes Kretz zu Regensburg".  
{Im Berliner Museum (Geschenk von Herrn 
Robinson in London 1877, noch nicht aufgestellt) 
Maria im Grünen sitzend, das nackte Kind auf 
dem Schoosse, zu ihren Fiissen die verehrcnden 
Donatoren, empfohlen von den hh. Johannes und 
Barbara. Br. 0,86. H. 0,68. Stark verputzt und 
beschädigt. Die reiche Landschaft hat grosse 
Verwandtschaft mit derjenigen im Bilde bei Ga- 
lichon ; ebenso zeigen die Typen, die knitterige 
Gewandung, die dünn aufgetragene, flüssige und 
hell leuchtende Farbe durchaus die Charakter- 
züge, die Jacopo als Maler eigen sind.  Dass 
übrigens Jacopds Malerei auf deutsche Meister 
von entschiedenen: lrlinliuss gewesen ist, beweist 
am überzeugendsten Hans von Knlmbach, den 
man in koloristiseher Beziehung als seinen 
Schüler ansehen möchte] 
Das in der Sammlung des Herrn Galichon 
zu Paris befindliche Gemälde ist eine Madonna 
mit Heiligen. Maria, auf einen Baumstumpf 
gestützt, sieht mit freundlichem Blick auf 
den hl. Antonius, der ihr zur Rechten steht; 
mit ihrem rechten Arm hält sie das auf ih- 
rem Scheoße stehende Kind, welches sich zu 
Johannes dem Täufer auf der linken Seite 
hinwendet. Die halben Figuren der Einsiedler 
stehen in einem vertieften Terrain hinter dem 
Hügel, auf welchem die Maria in hocken- 
der Stellung sitzt. Der Hintergrund bietet 
die Aussicht auf eine von hohen, steilen Ber- 
gen begrenzte und von einem Flusse durch- 
strömte Landschaft; im Vordergrunde links ein 
bebliimtei- Rasen, und rechts ein Brunnen mit 
(ainer hölzernen Rinne, aus welcher ein Stieglitz 
trinkt. Ein an den Brunnenfuss gclehntes Täfel- 
ehen enthält eine fünfzeilige lateinische Inschrift 
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und darunter die Bezeichnung: IA DB 
 Dieses Bild, das wichtigste von allen bisher 
aufgefundenen, ist völlig in der Weise der 
iBellinisehen Schule gemalt; man erkennt sie 
im Charakter der Figuren, in dem hellen, klaren 
und harmonischen Ton der Farbe, in der äiusserst 
feinen, miniatnrsrrtigen Behandlung des Details, 
wie sie für Cima da Conegliano und andere ältere 
venezianische ll'[eistex' bezeichnend ist. lDie Farbe 
des Bildes ist dünn. aber glänzend. ln den
        

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