Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600832
Christnph Angermair. 
Als wirklicher Diener am Bayrischen Hofe Landsmann Angermaifs, Hans Krunipper von 
wurde A. am Ende des J. 1621 mit fester und Weilheim, bezog 480 fl. Besoldung. Mit obiger 
ziemlich hoher Besoldung aufgenommen. In der Angabe lernen wir zugleich den Preis kennen, 
Hofzahlamts-Rechnung de a6 1621 unter dem welcher für den Münzenschrank bezahlt wurde. 
Titel "Tappecier -Maler Künstler und allerlei Er stellt sich bei der Besoldung des Meisters von 
gemaine Dieners, S. 603, heisst es: "Christoph jährlich 400 fl. für den Zeitraum von 7 Jahren 
Angermair (der Name erscheint in'diesen Rech- (1618-24) auf 2800 11., eine nach dem damaligen 
nungen hier zum ersten Male) bilthauer, ist lt. Geldwerthe beträchtliche Summe.  Hier sei 
ainer ordinants, obwoln er vorhero jcdesmals neeh erwähnt, dass eieh in den Weilheixner 
durch den herrn Uhrspringer, camerdiener bezalt Kirchenakten aus dem J. 1626 vHerr Christoph 
worden, doch anjetzt disorts vermiig ainer 0rdi- Angermayer, Burger und Bildhauer zu Münchens 
nants von quartal weihnechten diss jars ange- unter den Wolthätern zum dortigen Kirchenbau 
schaft worden, mit jerlichen 400 ü.  zalt ime neben seinen Landsleuten,  
derowegen das ratum von bedeiter zeit an bis Pendl und Johan Greitherr Maler, beede Burger 
zu ents jars als per ein quartal 100 du Es ist zu Weilheimn, vorgetragen findet. 
dieses seine Bestallungsiirkunde als Hofdiener. Inzwischen scheint der Meister, der mit einer 
Bürger von München und Meister wurde A. erst zahlreichen Familie gesegnet die harten Kriegs- 
im J. 1622; im Rathsprotokoll de aö 1622, jahre und mancherlei andere Beschwerden durch- 
Fol. 301, Sessio de 16 Mart. heisst es: vChristoph zumachen hatte, öfters in finanziellen Bedräng- 
Angerinair, Pildhawer hat sich erklärt, er wolle nissen sich befunden zu haben, wo er dann stets 
Biirger und Meister werden, auch ein Meister- zu seinem Herrn, dem Kurfürsten, seine Zu- 
stück machen. Ist also zugelassen; was er In der {iucht nahm, die ihm dieser auch nicht versagte. 
Zunfft Püchsen schuldig, das sol er alda bezalen, Es erhellt dieses aus einem Bittgesuche an Ma- 
was Er aber an der Statt Camer geben, Item ximilian I. vom Mai 1629, in welchemA. zurAus- 
auch die Burgerrechts COSSWII (des kleinen steuer seiner Tochter, die er an einen jungen 
geltts) soll ihm sein sonderbahrer Kunst halber Bildhauer verheiratet, um ein Darlehen von 
geschenkht sein und er anjetzo alsbalden für ein 300 fl. bittet, welches er in vierteljährigen Ra- 
Meister erklärt sein. Doch dass er ein Maister- ten zu 40 6., von Michaeli d. J. angefangen, 
stückh sein erbietten gemäss mache, hat hirauf rückzahlen wolle, zumal er vorige Anlehen, Dda- 
die burgerliche Pflicht geleistete. Ebendaselbst, rumben ich mich gantz underthcnigst bedanken 
F01, 317, Sessio de 6 Juli 1622, ist der Eintrag thue, alberaith bezalt hab". Diesem Begehr 
vChi-istoph Angermair Pildhauer hat sein Mai- wurde durch Beschluss an die kurf. Hofkammer 
sterstückh gemacht. Ist zugelassen"  Leider vom 22. Mai der Art entsprochen, dass er die 
findet sich nicht die kleinste Notiz, Worin diß- obige Summe gegen quartalmässigen Abzug von 
ses Meisterstück bestanden, Oder in WBSSBH 50 fl. geliehen erhielt. -Eine weitere Nachricht 
Hände dasselbe gekommen ist. Von min an sind finden wir dann erst wieder im Herbst 1631. In 
die Naellrißlltell übe!" den Künstler und Seine diese Zeit fallt auch nachstehendes Bittgesueh 
Leistungen wieder spärlich; jedenfalls war des- an Seinen fürstlichen Gönner; 
sen Hauptthätigkeit seinem kostbarsten Werke,   
dem Münzenschranke zugewendet, welchen er Dumhlauchtlgster curfmst 
ja erst 1624 vollendete.  etc.  r 
Wol auf Grund der Ablieferung dieses kunst- l 301m  (ihn D' Ich Lwfr bey amen pepuebterf 
   eilfen mit disem unbehelligt lassen, weil ich aber 
reichen Schreines und des hohen Beifalles, wel- be   _  
 y gegenwertiger schweren arbeith lang und 
chen derselbe hervorgeruferh hatte Smh A' um rosse bemiehun und vleiss an ewendet und ich 
Weihnachten desselben Jahres an den Herzog g  g g     
 te  Geh lts hnh wegen meiner vill habender klainer Kindei in 
und Km um n um am? a e? 0 ung von schulden stöcke, alss bitte E. ehf. D. ich hiemit 
80 fl. gewendet, welche jedoch duich den Kam-      
     gantz underthenigist. Sy wollen mich der lang- 
merdlener Hmmbl auf 50 ü velelnbalt wurde' ehebten Mihesambkeit gdst eniiessen- und mit 
wie wir aus dem im Mai 1625 an den Kurfürsten äiner er etzung oder gnadeng alt (ist be aben 
   9 
gerichteten Bittgesuche Angermaifs eisehen. und be äadenlassen Solchefbe g mblg chf 
Unterm 30. Mai kam nun die Resolutionj dass d ich 5d  -t     gefu   
     je eizei in underthenigistei gehorsainb, 
ihm diese Gehaltszulage bewilligt und ausgezahlt auch e en Gott fürbittend zuverdienen 
werden solle, was wir auch durch die Hofzal- g g E hf D  
amtsrechnuiig de aö 1625, S. 598, bestätigt fin-  c   d rth .r. t 
den: vChristoph Angermaier bilthawer hat jer- Ch lint e h 2111515 er 
liehen 400 11. , dan so ist er vermüg ainer ordinanz r 15 E21 lthflgermayr 
von eingang dis jars mit jerlichen 50 fl. addition l t am" 
angeschaft worden, also in allem bis zu beschlus Interessant ist die Begutachtung dieser Supplik 
des jars empfangen 450 fl." In Folge dessen ge- durch die kurfürstliche Hofkanimer. Sie lautet: 
hörte A. zu den höher besoldeten Dienern des vMan ist der mainung weiln diser supplicant 
kurfürstlichen Hofes; denn Peter Candid hatte dannoeh ein vornemer Künstler und seiner Kunst 
nur 500 fl. und der berühmte Erzgiesser und nach etwas schlecht besoldt, es möeht Ihme
        

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