Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606792
Balke 
 
649 
Balke. B alke, Landsehaftsmaler dieses 
Jahrh, aus Christiania. Seine Darstellungen 
skandinavischer Gegenden werden als wirksame 
Stimmungslandschaften geriihmt. Im J. 1852 
malte er für den König von Preussen, Friedrich 
Wilhelm IV., zwei Bilder: Sommerrnondnacht 
am Nordkap und Das nWardehusu, mit effekt- 
voller Schilderung des Nordlichts. 
s. Kunstblatt. Stuttgart, 1851. ü  
  x 9h 
Balko, s. Palko.   
Ball. Thomas Ball, einer der vorzüglich- 
sten amerikanischen Bildhauer, geb. 3. Juni 
1819 zu Charlestown (jetzt zu Boston im Staate 
Massachusetts gehörig). Er ging zur Bildhauerei 
über, nachdem er als Maler schon zehn Jahre 
thätig gewesen. Von den Werken dieser seiner 
ersten künstlerischen Periode befinden sich zwei 
tüchtige Porträts, diejenigen der Schauspielerin 
Geo. H. Barrett und des Schauspielers W. H. 
Smith, im sogen. Museum, einem Theater zu 
Boston. Als besonders gelungen wird noch ein 
kleines Bildniss des Staatsniannes Daniel Web-- 
ster genannt; auch malte B. einige biblische Bil- 
der, an denen man namentlich die Farbe rühmt. 
Zu seinen ersten Modellirversuchen gehörte eine 
kleine Büste der Jenny Lind und eine lebens- 
große Büste Webstefs, die in Marmor ausge- 
führt wurde. Für eine Statuette des Letzteren, 
die er um 1853 modellirte, erhielt er von der 
Massachusetts Charitable Mechanics Association 
zu Boston die goldene Medaille. 
Der erste Aufenthalt des Künstlers in Italien 
während der Jahre 1854-1856 war hauptsäch- 
lich dem Studium gewidmet, bei dem ihm sein 
Landsmann Hiram Powers rathend zur Hand 
ging. Manche Arbeiten, die Modell blieben, ent- 
standen in dieser Zeit: die Statue Pandora; eine 
Büste: Die Wahrheit; Der gestrandete Schiffer- 
junge; Statuette des Malers Washington Allston 
u. A. 
Kurz nach seiner Rückkehr nach Amerika er- 
hielt B. den Auftrag, eine bronzene Statue 
Washingtons für den öffentlichen Garten der 
Stadt B o s ton auszuführen. Sie zeigt den Feld- 
herrn in ruhiger Haltung zu Pferd, den Degen 
vorn über den Sattel gelegt, und ist in ihrer 
Schlichtheit unter den wenigen guten Denkmal- 
statuen, die Amerika aufzuweisen hat, eine der 
erfreulichsten. Der Guss derselben wurde in der 
Ames-Giesserei in Chicopee im Staate Massa- 
ehusetts ausgeführt; für den geschmackvollen 
Granitsockel lieferte der Architekt Hammat Bil- 
lings in Boston den Entwurf. Die Kosten, die 
sich auf 42,400 Dollars beliefen, wurden zum 
Theil von der Stadt Boston, zum Theil von Pri- 
vaten getragen. Die Enthüllung der Statue fand 
am 3. Juli 1869 statt. 
Schon im J. 1865 war B. wieder nach Ita- 
lien gegangen, wo er seitdem verblieb, bald in 
Rom, bald in Florenz wohnend. Sein Vaterland 
M e y er , Künstler-Lexikon. I1. 
besuchte er bisher nur noch ein Mal auf wenige 
Monate, im J. 1874. 
Von Ball's Werken sind zuförderst noch einige 
größere, monumentale Arbeiten zu nennen: 
Marmorne Kolossalstatue des amerikanischen 
Schauspielers Forrest in der Rolle des Koriolan, 
1866 vollendet; sie befand sich bis zu Forrests 
Tode in dessen Bibliothek, und wird nun das 
von ihm gestiftete Asyl für verarmte Schauspie- 
ler zieren.  Die Marmorstatue des Gouverneur 
von Massachusetts, Andrew, im Vestibule des 
Statehouse zu B 0 s t 0 n , 14. Febr. 1870 enthüllt. 
 Das Chickering Monument, auf dem Mount 
Auburn Friedhof, Boston, 1872 vollendet, Gruppe 
in Marmor, der Todesengel, welcher einer ju- 
gendlichen weiblichen Gestalt den Schleier von 
den Augen nimmt, bekannt unter dem Titel nThe 
Realization of Faithw.  Das Emanzipations- 
Monument, von den schwarzen Bürgern der Re- 
publik fiir die Hauptstadt Washington bestellt, 
{Gruppe von zwei Figuren; Präsident Lincoln, 
 der einem Sklaven die Fesseln abnimmt, gegen- 
wärtig (1874) bei Miller in München im Guss.  
Marmorstatue des Evangelisten Johannes, be- 
stimmt für das Familienbegräbniss des Herrn 
A. D. Williams, auf dem Forrest Hills Friedhofe 
 zu Boston, zur Zeit noch unvollendet; der Kopf 
des Johannes existirt jedoch schon als selb- 
 ständige Marmorbüste. 
 Hervorzuheben ist ferner die Idealstatue Ball's : 
iEva, die er 1866 für Herrn Oarman in New-York 
lin Marmor ausführte. Eine Wiederholung der- 
iselben befindet sich gegenwärtig (1874) in den 
Händen des Künstlers, auch hat er den Kopf der 
Eva, in verkleinertem Maßstabe, als Büste aus- 
geführt.  In genreartigen Bildwerken ist B. 
gleichfalls sehr glücklich, wie dies mehrere 
solche Arbeiten auf der Ausstellung der Massa- 
chnsetts Charitable Mechanics Association in 
Boston 1874 bewiesen: "Love's Memoriesrr, ein 
 sinnend dasitzender Amor; zwei anmutige Kin- 
iderstatuen: vWeihnachtsmorgenw und vThe iirst 
Wvalentineu (erstere ein kleines Mädchen nach- 
denklich ein Kruzifix betrachtend, letztere ein 
Knabe, der einen Liebesbrief erhalten hat, wie 
man solche am Valentinstage den Kindern zuzu- 
senden piiegtä, und wLa Penserosaw, die Büste des- 
selben kleinen Mädchens, zu welcher als Seiten- 
stüek die Knabenbüste wL'Allegrow gehört (mehr- 
fach in Privatbesitz).  Unter den vielen Pol-- 
trätbüsten Balls sind zu erwähnen: Der Geist- 
liche Ephraim Peabody, Marmor (um 1857), in 
King's Chapel, B oston; Dr. Francis Wayland, 
Marmor, 1860 für Brown University, Providence, 
R. J. ; Lord, Präsident vom Dartmouth College; 
der Redner Edward Everelt, Marmor (um 1865), 
in der Stadtbibliothek zu Boston, im Union 
League Club ebenda und anderwärts. Die Sta- 
tuetten Clays und Lincoln's sind vielfach in Ab- 
güssen vorhanden; die des letzteren wurde von 
Miller in München in Bronze gegossen. 
Die wichtigeren Werke Bis sind von Long- 
82 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.