Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600829
ltieisteriingelus 
21r_igtoph_Angermair. 
diese Glocke für die erste von Bischof Paulinus kannt war, tliessen die Nachrichten äusserst 
von Nola, dem angeblichen Erfinder der Glocken, dürftig; doch bin ich im Stande, auf Grund a1-_ 
im 4. Jallrh. nach Chr. Geburt gegossene , und chivalischer Forschungen einige wichtige bisher 
nachher meinte man, dass sie wol aus der alten unbekannte Daten zu geben. Lipowski (Klingt- 
Pauliniscllen Glocke umgegossen und in dersel- lerlexikon) nennt ihn einen Schüler des Bild- 
ben Gestalt wie die alte hergestellt sei Aber hauers Degler von Weilheim; obschon authen- 
auch dies ist nicht anzunehmen , da die ältesten tische Angaben darüber fehlen, wol mit Recht, 
Glocken noch unverhältnissmässig kleinwaren, da der dortige Bildhauer Johann Degler schon 
die jetzige aber mehr als sechs Palmen oder vier im Anfange des 17. Jahrh. einen berühmten N3, 
Fuss hoch ist. Audallcnd sind daran drei in der men hatte und mit wichtigen Aufträgen betraut 
Nähe des Henkels angebrachte Löcher, von "de- war (s. diesen Art). 
nen die sage ging ) dann Pnnlinnn Sie mit den Aus den in Weilheim belindlichen Akten habe 
Fingern nineingedrüekt habe, nnl den nllzllnläeh- ich (durch die Güte des dortigen Spltülkllfätgn 
tigen T011 In (länlpfen- Wenn diese LößhßY Spä- Herrn A. Schmidtner) nur erfahren können, (lass 
{er nineingebehrt sind, S0 haben Sie Offenbar nnY sich im Stadtgrundbuche, welches auf dem Titel 
den Zweck gehabt, die Glocke tiefer zu stimmen, die Jahrzahl 1640 führt, aber laut Inhalt schgn 
nnd dann können die Später nlnzngekelnmenen 1610 angelegt sein musste, in der Pöltener Gasse 
übrigen Glocken, von denen eine 1413, eine nWilhelm Angermayr Goldtschmidta als Hiulg_ 
Zweite 1533 und eine  besitzer vorgetragen findet. Es scheint dieser 
Vernnlnnenng gegeben nnben- Wilhelm A. der Bruder des Künstlers gewesen 
s. Remondini, Nolana ecclesiastica storia. Na- zu sein, Welcher nach dem Tode des Vaters (las 
P05 1747- I- 169- 499- Abbildung der Glocke väterliche Haus übernahm und da die Geschäfte 
um 1' F, W Ungar desselben fortbetrieb. Demnach wäre A. der 
Angelus An elusMarmoraniun s unner Sohn eines Goldschmiedes. Weitere Nachrichten 
Nicc 01b dfAn {im (Nicolaus de An' elo) fehlen, da die Matrikel der dortigen Stadtpfar_ 
g  g " rei zu U. L. Frau erst mit dem J. 1633, die 
Angelus de S enis s. Agustinus de Senis. der anderen Pfnrnei  Senkt Pölten  5er erst. 
(nach Verlust der altercn) von 1705 anheben. 
Angelus. Petrus Angellls s. Petrus. A., den wir bis jetzt nur als Bildhauer: in El- 
fenbein kennen, scheint Weilheim bald nach dem 
Ängef- Hans Ang e 1', Veffertigte laut In" Tode seines Vaters verlassen und sich in Mün- 
schrift um das 1568 gearbeitete metallene Tanf- allen niedergelassen zu haben, WO unter Herzog 
gefäes in der Kirehe Zn Stadthegen ein knnßt" lliaximilian I. ein reges Kunstleben, namentlich 
reiches Gitterwerk aus Schmiedeeisen, welches dnnnh den Nenban und die innere Auggchmlickuno_ 
in den dnren gerade Hn-"Ptstnngen gebildeten der Residenz, herrschte. In welchem Jahre Ar? 
Feldern verschlungenes Rankenwerk in schöner, nach München kam, lässt sich jedoch nicht be_ 
wechselnder Zeichnung zeigt. Ein gleichartiges stimmen; dass er aber für den herzoglichen Hof 
(wahrscheinlich von demselben Meister herriih- Viel arbeitete und Schon im J  1613 einen Hof; 
rendes) Gitter an dem Grabmale des Grafen Otto titel führte, erhellt aus naehstellendem Ratns_ 
von Schaumburg daselbst trägt die J ahrzahl 158 l. Protokoll der Rgsidenzgtadt Münchgn (16 a5 161 S 
H- W- H- Mühoff- Fol. 121, Sessio de 8 Juni: nBildhauel' Handl 
Angeln Elnile-Alexnntlr e Ang e 1', frnn- werkh clagt contra Christotf Angermair, Hof; 
zönieener Arenitekt den Gegenwart, geb- in P3" dräxler, der Inen In Irem Handwerch eintrag 
ris. Von ihm ist der Entwllrf des in der Aus- tllue, er hab doch guele 1-10farbeit_ bittet lrnn 
führnns begriffenen Rathhnnneß zu Elbnenf ein FiirschriHt an Ir Hfd. etc.  Beschaidt; nn. 
(ausgestellt 1867). beger hab nit statt, Sei ein ungereimbtes begey, 
s. Bellier de la (lhavignerie, Dictionnaire. mög bei Ihr F_ 1)_ selbe;- gich anmelden (10 sie 
d? was frllchtbarlich wisse zu erwerbenc. Auf welche 
ÄngereP-Geßrglängerer, bayrischer Bild- Veranlassung hin obige Klage der Münchener- 
hauer. Von ihm sind zll Neustift bei Freising Bildhauer gegen A. angestrengt wurde, läsgt 
die Statuen ete- bei dem Zweiten Altar auf der sich nicht ermitteln; wahrscheinlich betraf sie 
Evangelien- und Epistel-Seite. zallreiche Bestellungen von Seiten der Hofher- 
s. Lipowski, bair. Kiinstlerlexikon. ren, welche die kostbaren Elfenbeinschränke 
 i" i gesehen hatten, die der Künstler fiir die pracht- 
Angermair. Christoph Angermair, H0f- vollen Gemächer der Herzogin Elisabeth gefertigt 
Monogramm  bildhauer des Herzogs hatte. Es sind dies die Kästen, welchenebst dem 
_  Maximilian l.v. Bayern, kleinen Schrein der Herzogin im Bayrischen Na- 
gmsTgälfäglfälflugäk geb. in dem Städtchen tionalmuseum(Saal?derRenaissanceabtheilung) 
  16  32 Weilheim (Oberbayern). aufgestellt sind. Die Anfertigung derselben fallt; 
Ueber die Lebensum- jedenfalls vor 1618, da A. den kostbaren Mün- 
stände dieses tüchtigen Meisters, der bisher in zenschrank, von dem unten die Rede sein wird, 
der Kunstgeschichte nur ganz (lberüächlich be- schon in "diesem Jahre in Angriff nahm, 
Angelas de S enis s. Agustinus de Senis.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.