Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606489
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Hans Baldung. 
etlich eichen und thennins Bucholz wiedz von übrigens in seinem Holzschnittbilde Luthers 
alter herkomen ist, zuebuen vergoendtundgeben (Bartsch Nr. 39), auf welchem merkwürdiger 
wordenar Unter diesem nHansen von Gmilntln Weise die Taube des hl. Geistes den kühnen 
muss nothwendig I-I. B. verstanden werden, da Augustinermönch übcrschwebt, wodurch sich 
kcin Anderer dieses Namens und dieser Ab- Bartsch vermutlich verleiten licss, in dem Blatt 
stammung damals in Freiburg vorkommt. Die die Darstellung eines Heiligen und zwar des De- 
Freiburger Münsterrechnungen nennen ihn zum minikus zu erblicken. 
ersten Mal im J. 1513, wo_ ihm 190 fl. 14 Pfen- Ueber Baldung's fernerenAufenthaltin Strass- 
ning auf erste Rechnung für seine Gemälde burg istnichts anderes Zuverlässiges überliefert, 
entrichtet werden (vgl. Schreiber a. a.  als dass er1545, in demselben Jahre, in welchem 
Wirklieher Bürger scheint er in Freiburg er, ungefähr-H) Jahre alt, starb, von der Zunft zin- 
nicht geworden zu sein, da e1' im Biirgerbuch Steltzen in den großen Rath gewählt wurde. (laut 
daselbst nicht eingetragen ist und in Strass- Bühelershandschr.ChronikderStadtStrassburg, 
burgsein Bürgerrechtnicht eigentlich aufgegeben die bis zumJ. 1870 zum Bestand derStrassb. Bib1_ 
hatte. Dagegen ist kaum zu bezweifeln, dass er gehörte.) StrobeHGeschdes ElsassesIII. 568) will 
während der langen Zeit seines Aufenthaltes in wissen, er habe den Charakter eines bischöflichen 
Freiburg Satzbürger (Hintersasse) gewesen ist. Malers zu Strassburg gehabt, verschweigt aber, 
Er wird ferner in den Jahren 1515, 1516 und von worauf sich diese Nachricht stützt.  Aus den 
da an noch öfter bis zum J. 1552 in den Frei- auf uns gekommenen datirten Werken Seine;- 
burger Münsterrechnungen erwähnt. Was es da-r Hand ersehen wir, dass er bis zum Ende seines 
mit vom J. 1545 an für eine Bewandniss hatte, Lebens künstlerisch thätig war. Ein mit Silber- 
muss unten erörtert werden. Im J. 1533 erscheint stift gezeichnetes Bildniss des Alt-Ameistei-s 
er zum ersten Male in jenen Rechnungen mit dem Nicolaus Hugo Kniepf im Skizzenbuch Baldungn 
Zusatze: vzu Strassburgn Ob dies jedoch so zu zu Karlsruhe trägt das Datum 1545. 
verstehen, als sei er erst in diesem J ahrc wieder Rücksichtlich seiner sozialen Stellung wissen 
nach Strassburg zurückgekehrt, ist zweifelhaft, wir, dass er zu hervorragenden Persönlichkeiten 
da Schneegans urkundlich erhärtet, dass an. 1517 jener Zeit in naher Beziehung stand, so zu dem 
5. Mai nHans Grien, der Malern abermal das "Thumbherrnu, Bernhard IV., Grafen von Eber- 
Bürgerrecht zu Strassburg gekauft. Darnach stein, nach den Annalcs Suevici von Crusius, 
könnte man annehmen, er habe sich schon in Lib. IV. Partis II. cap. III. 108. Dieses Verhält- 
diesem Jahre wieder in seiner eigentlichen Hei- nisses zu Bernhard von Eberstein wird auch von 
mat angesiedelt, nachdem er 1516 laut Inschrift Krieg von l-Iochfelden, in der Geschichte dei. 
das große Altarwerk in das Münster zu Freiburg Grafen von Eberstein in Schwaben, Erwähnung 
geliefert. Schneegans bemerkt ferner : nZwischen gethan, allerdings auf Grund eines Dokumentes 
1509 und 1517 ist merkwürdig genug B. Grien, dessen Existenz vor der Hand noch zweifelhnfi 
nicht unter denjenigen eingetragen, welche in ist. vAufderKgl.öifentlichen Bibliothekin Stutt- 
dieser Zwischenzeit zu Strassburg ihr Bürger- gartu, heisst es a. a. O. p. 294, nbefinden sich die 
recht aufgesagt hatten. Da er aber dasselbe mit der Feder gezeichneten Umrisse Eberstei- 
nochmals ankaufen musste, so scheint er es wäh- nischer Ahnenbilder, wie solche im Rittcrsaale 
rend und in Folge seiner längeren Abwesenheit zu Neu-Eberstein auf die Wand gemalt waren 
verloren zu habcnß In einem Schreiben, das gleichfalls auf am. 
Vom J. 1518 an wird seiner in einer Reihe von obenerwähnten Bibliothek aufbewahrt wird, 
Strassbtirger Urkunden als civis Argcntinensis bittet der Doktor vCztspai- Baldungcrw seinen 
Erwähnung gethan. Von einer Unterbrechung Bruder, Meister vHanns Baldungernu (sie i), 
seines damaligen Aufenthaltes in Strassburg den Maler, da er mit dem ehrwürdigen und wohL 
berichtet Vierordt in der Gesch. der cvangel. gebornen Grafen Bernhard von Eberstein be- 
Kirche im Großherzogthum Baden, (I. 170): freundet sei, diesem den Bericht von dem ural- 
MB. kehrte im Sept. 1518 mit dem Dichter ten Herkommen der Grafen von Eberstein zu 
Philipp von Engen vom Augsburger Reichs- überreichen, welchen er aus alten Chroniken zu- 
tag zurück". Stüzt sich diese Angabe nur auf sammengetragenu. Das Schreiben, von dem hier 
eine Stelle in Spalatirfs Brief an den Juristen die Rede ist, findet sich auf der genannten Bib- 
Ulrich Zasius an der Universität Freiburg (Za- liothck nicht vor. Von Federzeichnungen sind 
sii epistolae etc., edid. Rieggcrus, Ulmae 17771, dasclbst nur 2 Bll. vorhanden, die zu den von 
p. 489), so muss sie wegen der Dunkelheit der- Krieg erwähnten gehören könnten, aber keines- 
selben einigermasseu fraglich erscheinen; wegs sicher von B. herrühren. Nach Mittheilung- 
wäre indess des Verfassers Annahme auf des Herrn Direktor von Stälin, vormaligen Vor- 
anderem Wege zu erweisen, so gäbe sie einen Standes der Staatsbibliothek, hatKrieg dieNach- 
neuen Beleg dafür, dass B. zu den Anhängern forschungen in Stuttgart nicht selbst angestellt; 
und Vorkämpfern der Reformation hielt, möglich daher, dass hier ein lllissverständniee 
denn zu diesen zählte der genannte Philippus vorliegt undKriegs Gewährsmann Schreiben und 
Engentinus. Den vollgiiltigsten Beweis für Zeichnungen an einem anderen Orte gesehen hat 
Baldungs protestantische Gesinuungbesitzen wir  Dass B. vom Markgrafen Christoph von Baden
        

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