Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606410
Baocio Baldini. 
611 
beschreibt dieses B1. unter den Kupferstichen 
des Nicoletto von Modena. Ottley, p. 428, zählt 
es zu den Werken Botticellfs. Hinsichtlich des 
Stils der Zeichnung sowohl, als in der Art der 
Ausführung gleicht es genau der vPredigt des 
Fra Marcorq. (II. N0. 68) und ist ohne Zweifel von 
demselben Erfinder und Stecher; beide Bll. sind 
für die Zeit von ungewöhnlicher Wichtigkeit 
durch die Anordnung und die große Anzahl ihrer 
kleinen lüguren. 
60-65) Die Triumphe des Petrarka. Folge von 
sechs Bll. kl. F01.  B. XIII. 277. N0. 39- 
45.  Pass. V. 71. N0. 73-78. 
G0) Der Triumph der Liebe. Amor mit ver- 
bundenen Augen, Pfeil und Bogen, steht 
auf einem von vier Pferden gezogenen und 
nach rechts fahrenden Wagen, aus welchem 
von allen Seiten Flammen hervorbrechen 
und der von Männern und Frauen jedes 
Standes begleitet ist. Im Unterrande sechs 
italienische Verse.  B. 39.  Pass. 73. 
61] Der Triumph der Keuschheit. Eine Jung- 
frau, in der Rechten ein Buch, in der 
Linken eine Palme, auf einem von zwei 
Einhörnern gezogenen und nach rechts, 
fahrenden Wagen; zu ihren Füßen knieetr 
Amor, die Augen zugebunden und die 
Hände auf dem Rücken geknebelt; um den  
Wagen herum eine Mädchenschaar. Im  
Unterrahde sechs italienische Verse.  
B. 40.  Pass. 74. 
62) Der Triumph des Ruhmes. Eine junge 
Frau, in der Rechten ein Schwert, in der 
Linken eine nackte Knabentlgur, auf einem 
mit zwei Elephanten bespannten und dem 
Beschauer entgegenkommenden Wagen 
der von Männern zu Fuß und zu Pferde 
und von Frauen begleitet ist. Im Unter- 
rande sechs italienische Verse.  B. 43 
(hier irrig als Triumph der Zeit beschrie- 
ben].  Pass. 75. 
(53) Der Triumph des Todes. Der bekleidete 
Knochenmann, in der Rechten die Sense, 
steht auf einem von vier Büffeln gezogenen 
und nach links über Leichen hinfahrenden 
Wagen. Im Unterrande sechs italienische 
Verse.  B. 41.  Pass. 76. 
64) Der Triumph der Zeit. Ein geflügelter 
Greis, auf Krücken gestützt, auf einem 
mit zwei Hirschen bespannten und nach 
rechts fahrenden Wagen, mit einem zahl- 
reichen Gefolge von Männern und Frauen; 
vorauf läuft ein Hund. Im Unterrande 
sechs italienische Verse.  B. 42 und 45 
(zweimal beschrieben].  Pass. 77. 
65) Der Triumph der Religion. Gott Vater, 
umgeben von einer Engelgloric und den 
Gekreuzigten vor sich haltend, auf einem 
von den vier Evangelisten gezogenen und 
dem Beschauer entgegenkommenden Wa- 
gen, zu dessen Seiten Johannes der Täufer 
und der Apostel Paulus. Im Unterrande 
sechs italienische Verse.  B. 44.  
Pass. 78. 
Bartsch hat mit Unrecht diese Bll. in 
das Verzeichniss der Werke des Nicoletto 
von Modena aufgenommen, verfährt aber 
insofern konsequent, als sie offenbar von 
demselben Kupferstecher sind, welchem 
die fünfzehn Bll. des Lebens Christi und 
seiner Mutter (II, N0. 41-55) angehören, 
die Bartsch ebenfalls dem Nicoletto von 
Modena zusohreibt. Von der Folge der 
Triumphe der Petrarka. existiren zwei 
Plattenzustände, vor und nach dem Auf- 
stich, deren Verschiedenheiten ich aber 
nicht anzugeben vermag. 
66] Die Triumphe des Petrarka. Sechs Darstellun- 
gen auf einem Bl. qu. F01.  B. XIII. 423. 
N0. 60.  Pass. V. 11.  N. G. 
67) Der Triumph des Paulus Aemilius. qu. F01.  
Ileineken, Dich, p. 215. N0. 13 setzt dieses Bl. 
unter die Werke Botticellils. Bartseh, XIII. 
106. N0. 4 beschreibt es unter den Kupfer- 
stichen der ungenannten italienischen Meister 
des 15. Jahrh. und meint, es habe Aehnlichkeit 
mit dem Stil der Triumphe des Petrarka von 
Nicoletto von Modena. Auf einem viereckigen 
Stein, bei einem Säbel in der Mitte des Vorder- 
grundes ilndet sich das Wort: GIAOHEB, oder 
cmcrnsn, dessen erster und letzter Buchstabe 
undeutlich ausgedrückt sind. Bei Passavant, V. 
p. 10 ist das Bl. der alten oberitalienischen 
Schule zugetheilt. Die Behandlungsart erinnert 
sehr an die grobe Hand, weiche die Planeten 
kopirt und die Originalplatten dieser Folge auf- 
gestochen hat (I. N0. 114 und 114biS--120 und 
120biS]. 
68) Die Predigt des Fra Marco, Komposition von 
vielen kleinen Figuren und mit vielen Inschrif- 
ten. Unten links, auf einer Kanzel, predigt der 
Minoritenmöxich Maroo , aus dem Kloster Monte 
Santa Maria in Gallo bei Ancona, einer zahl- 
reichen Zuhörerschaft von Klerikern , Laien, 
Frauen und Kindern, weiche, stehend oder auf 
Bänken und Stühlen sitzend, den ganzen Vorder- 
grund tiillen. Im Mittelgrunde, rechts und links, 
sieben I-Iiiuser, in welchen die sieben Werke der 
Barmherzigkeit ausgeübt werden , und eine Ka- 
pelle, wo Christus dem hl. Gregor bei der Messe 
erscheint. Zwischen den zwei Häuserreihen 
vorn vertheilen Einige von einem Ilaufen Gel- 
des Almosen, während andere volle Beutel auf 
ihn ausschütten. Weiterhin betende Mitglieder 
eines frommen Brüder- und Schwestervereins 
(.SOCIETAS RECOMANDATORVM eromoss vmerms 
MARIE A0 nnrnnson rnnzr vüs xiir  und da- 
hinter der hl. Franziskus, der knieend die Wun" 
denmale Christi empfängt und von einem Engel 
bekränzt wird. Höher hinauf, in einem Kreis- 
segment, Erde und Meer mit Ländern, Inseln 
und Städten, wo die Minoriten aller Klassen 
Mönchs- und Nonnenklöster hatten. Darüber die 
acht Himmelsspliären und das Paradies, welches 
den ganzen oberen Theil des Blattes einnimmt.  
gr. Fol.  B. XIII. p. 88. N0. 7.  Pass. V, 
 8. 
P I. Vor Unterschrift und Wappen. 
II. Unten links in der Ecke ein Wappen und 
folgende Inschrift: Septein misericordine 
opera. In aes incisa Florentiae sub inventä 
incitlendi artem, cujus Archetypü Romae 
in Niusaeo F. Gualdi Ariminen. Milit. S. 
Stepbani asseruatnr, et VRBANO vm. P. 
M. LVCI nnnnrra. 1632.  Wegen dieser 
Inschrift aus dem 17. Jahrh. glaubte sich 
Bartsch berechtigt, das Bl. für eine Kopie 
zu halten; er kannte keinen Abdruck des- 
selben vor der Inschrift.  In der Art der 
Behandlung hat dieses Bl. die größte 
77 W
        

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