Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606288
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Baccio Baldini. 
gewendet. Unten an der Erde liegen nur 
fünf todte Ritter] 
A I xvririsn xxxxvr I 46 
B. Orig. 63. 
110] Saturn, ein alter Mann mit grossem Bart 
und krummem Rücken , stehend, das Ge- 
sicht nach links gewendet, hat auf dem 
Kopfe einen Helm mit Widderhörnern, 
und ist im Begriff, ein nacktes Kind zu 
verschlingen, das mit beiden Händchen 
seinen Bart fasst. In der Rechten hält er 
die Sense und einen Drachen, der sich in 
den Schwanz beisst. Zu seinen Fiissen 
sitzen vier niedliche Kinder, vollständig 
gekleidet. 
.A. I .s.x'rv1uwo. XXXXVII. I .47. 
B. Kop. A. 64.  Pass. 47. 
110bis) Verkehrtseitige Kopie mit Abände- 
rungen. Der Helm des Saturn hat statt 
des Schirms einen Wulst. Das Kind, das 
er verschlingen will, hat beide Händchen 
in der Luft ausgestreckt, und an dem 
Sensenstiel fehlt oben der Ilandgriff. 
A I sarvnno xxxxvrr  47 
B. Orig. 64. 
111) Die achte Sphäre oder der Fixsternhimmel. 
Ein Engel, das Gesicht nach links gewen- 
det, hält in beiden Händen eine große mit 
Sternen angefiillte Scheibe. Sein linkes 
Bein ist entblösst. 
.A. I .OCTAVASPERA.XXXXVIIX. I .48. 
B. Kop. A. 65.  Pass. 48. 
111 bis) Verkehrtseitige Kopie. 
a I ocmva srmm xxxxvrn I 48 
B. Orig. G5. 
112) Die neunte Sphäre (Prime Mobile], von 
der auf die übrigen Sphären die Kraft des 
Ilmschwungs ausgeht. Ein J ünglingsengel , 
das Gesicht nach links proillirt, in langem, 
 weitem Gewande, hält mit beiden Händen 
eine grosse leere Scheibe; er erhebt den 
rechten Fuss, im Begriif, emporzuliie- 
gen, und tritt mit dem linken auf den 
Kreisabschnitt der unteren Sphäre, indem 
er derselben den Anstoss zur Bewegung 
ertheilt. 
.A. I .PRIMO MOBILFHXXXXVIIII.  .49. 
B. Kop. A. 66.  Pass. 49. 
[12 bis) Verkehrtseitige Kopie. 
A I rnnuo MOBILE xxxxvini I 49 
B. eng. 66. 
113] Die oberste oder empyreisohe Sphäre, der 
ewige Ruhesitz Gottes, der Prima (jausa. 
Die mathematische Figur desWeltalls: im 
Mittelpunkt die von Wasser und Feuer 
umgebene Erde, um sie herum, in kon- 
zentrischen Kreisen, die zehn I-Iimmel- 
sphären, von denen die äusserste einen 
Lichtschein ansstrahlt. 
.A. I mnnua OAVSA. xxxxx I  50. 
B. Kop. A. 67.  Pass. 50. 
llßbis] Originalseitige Kopie. "Hinzugekom- 
men sind in den Ecken des B1. die 
Symbole der vier Evangelisten: oben links 
der Adler, rechts der Löwe; unten links 
der Engel, rechts der Stier. 
 a I rnnm CAVSA xxxxxx  50 
B. Orig. 67. 
114-120] Die Planeten. Folge von sieben Bll, 
Fol. 
Jede Planetengottheit ist auf einem Wagen 
dargestellt, der in der Luft von den der Gott- 
heit zugehörigen Thieren nach links gezogen 
wird (vor dem Wagen der Luna ausnahmsweise 
zwei Mädchen) und in dessen Rädern die jedem 
Planeten eigenen Thierkreiszeichen stehen. Das 
strahlende Gewölk unter den Wagen ist von der- 
selben Art, wie auf den Bll. der Propheten und 
Sibyllen. Die Planetengottheiten sind nach alt_ 
ilorentinischer Mode gekleidet; die Szenen auf 
dem untern Theil der B11. illuätriren die 
astrologische Vorstellung von dem verschieden- 
artigen Einfluss der Planeten auf die Neigun- 
gen und das Geschick der unter ihrer He"- 
schaft Geborenen. Ein italienischer Text unter 
jedem Bilde enthält die erläuternde Bcsohrei- 
bung. Im Stil sowol, wie in der rohen Orthn- 
graphie und Buchstabenbildung hat er die grösste 
Aebirlichkeit mit den Inschriften unter den Pro- 
pheten und Sibyllen. Fast überall ist der Buch- 
stabe S verkehrt geschrieben B, für B, Q und Z 
sind die kleinen b, q und z gebraucht, letzteres 
ist immer umgekehrt; das q ist nicht, Wie Qtt- 
ley meint, ein umgekehrtes P, sondern eine ge- 
wöhnliche Minuskel. 
Von dieser Folge cxistiren zweierlei Stichg; 
der eine in Foliogröße (325 Mill. bei 220), oifenbar 
das Original, beschrieben von Wilson, im Katalog 
seiner Sammlung (No.43-50) und von Passavant 
(V. 3l--35. N0. 61-67]; der andere, beidem 
die B11. etwas kleiner sind (261 Mill. bei 185], 
ist eine abscheuliche Kopie mit vielen Abände- 
rungen und Weglassungen, beschrieben von 
Strntt (I. 25) und von ihm für das Üriging] 
gehalten. Die beiden Folgen in den von Wilson 
und Strutt beschriebenen Exemplaren belinden 
sich jetzt im British Museum. Siimmtliche B11_ 
der größeren Folge sind, nach Wilson's Angabe, 
erste Drucke von den freilich schon sehr abge- 
nutzten Platten, aber gut erhalten. Von dem 
B]. mit dem Planeten Mars besitzt das ge- 
nannte Museum ein zweites, früher in der Samm- 
lung Lloyd belindliches Exemplar, welches nden 
Zustand der Platte vor der Verwischung der er- 
sten feinen Schattiruxigenu zeigt. Ich kenne die 
größere Folge nur aus den Abdrücken, die sich 
im PariserKupferstichkabinet befinden und, wie 
Passavant angibt, von den retuschirtexl Platten 
des zweiten Zustandes herkommen. Sie haben 
in der That ein sehr hartes Aussehen und 
scheinen ebenso roh aufgestochen, wie die Plattn 
des Templum Pilati (N0. 41). Diese Umarbei- 
tung, die das Original völlig zu Grunde gerichtet 
hat , geschah wahrscheinlich durch denselben 
Ilngenannten, welcher die oben erwähnte Kopie 
der größeren Planetenfolge ausführte.  Bartsch 
(XIII, p. 192-200, im Appendix zum Artikel 
Baldini, II-VIII) kannte nur die von Strutt in 
der Vorrede seines Biographical Dictionary (I. 
26  27] beschriebene kleinere Folge, in 
welcher die Planetengottheiten in derselben 
Richtung, wie auf dem Original, gestellt sind, 
während die Darstellungen auf dem unteren 
Theil der B11. fast immer umgekehrt sind. 
Diese Kopien gehören eigentlich zu den Blättern 
unserer breiten Manier; aber der direkten Ver- 
gleichung wegen verzeichnen wirdie Kopie jedes- 
: mal unmittelbar nach dem Original.
        

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