Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606240
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Baccio Baldini. 
Der Handspiegel zeigt eine andere Form:  
er ist mit einem Kranz eingefasst und mit: 
zwei Delphinen bekrönt, aus deren Mäulern 
eine ringförmig sich zusammenschlies-' 
sende Schnur hervorkommt. Zwei andere 
Schnüre, an denSchwiinzen derDelphine, 
verzieren den untern Theil des Spiegels. 
n 1 APOLLO xx 1 20 
B. Orig. 37. 
Dritte Reihe: Die Künste und 
Wissenschaften, 1OBll., unten links 
mit C bezeichnet.  
Im Mittelalter wurden die Künste und 
Wissenschaften bekanntlich in sieben 
Klassen eingetheilt: Grammatik , Dia- 
lektik und Rhetorik; Musik, Arithmetik, 
Geometrie und Astronomie. Die drei 
ersten Klassen, in einer Gruppe ver- 
einigt, hiessen Trivium, die vier letzten 
Quadrivium. Diese Eintheilnng blieb bis 
zur Renaissance herrschend. In unserer 
Bilderfolge sind bereits im Sinne des 
neueren Zeitgeistes Dichtkunst, Philo- 
sophie und Theologie hinzugekommen, 
welche die Reihe der Wissenschaften und 
Künste auf die Zehnzahl bringen. Die 
Personitikationen derselben, weibliche Fi- 
guren in langen Kleidern und Mänteln, 
sind zum Theil schöne und vortreffliche 
Gestalten. 
S4) Die Grammatik, bejahrte Frau, mit einer 
Kapuze auf dem Kopf, nach links gehend 
und das Gesicht nach derselben Seite ge- 
wendet, trägt in der linken Hand vor der  
Brust ein Henkelgefäss. "Was sie in der 
Rechten hiilt, ist iricht, wie Bartsch, 
Passavarlt u. A. angehen, eine Ruthe 
(ferula), das Attribut der Pädagogik, son- 
dern eine Feile (lima), das sinnbildliche 
Werkzeug der Stilistik. 
.0. 1 .GRAMMATICA. xxr. 1 .21. 
B. Kop. A. 3B.--Pass. 21. 
8-1 bis) Verkehrtseitige Kopie, aber der Art, 
dass die Figur die Feile in der Rechten 
vor der Brust hat und das Gefäiss mit der 
erhobenen Linken trägt. Ihr Name ist im 
"Unterrande nur mit Einem M geschrieben. 
c 1 GRAMATICA xxr 1 zr 
B. Orig. 38. 
S5) Die Dialektik, Frau mit kurzem, krausem 
Haar, stehend, nach rechts prolilirt; sie 
 hält in der Linken einen Drachen empor, 
der mit einem durchsichtigen bebliimteu 
Schleier bedeckt ist (Symbol der meta- 
physischen Probleme). 
    
B. Kop. A. 39.  Pass. '22. 
Söbis) Verkehrtseitige Kopie. 
c 1 LOICA xxu 1 22 
B. Orig. 39. 
S6) Die Rhetorik, miidchenhaft, stehend, von 
vorn gesehen; sie hat auf dem Kopfe 
einen Helm und darüber eine Krone; ihr 
Mieder gleicht einem Brnstharnisch; mit 
der Rechten erhebt sie ein blankes Schwert. 
Unten,rechts u. links, zwei getlügelte kleine 
Genien, von denen jeder eine Tube bläst. 
 .0. 1  nnnronrca  xxnr.  23. 
B. liop. A. 40. Pass. 23. 
Söbis) Originalseitige Kopie; nur die kleinen 
Genien neben der Rhetorik sind umge- 
stellt: der mit der aufwärts gehaltenen 
Tuba steht links; der andere, welcher die 
'l'uba niederwärts hält, rechts. 
c l ru-rsronrca xxin [ 23 
B. Orig. 40. 
S?) Die Geometrie, junge Frau, in Profil und 
halber Figur auf Wolken , welche den un- 
tern Theil des Körpers verdecken; sie ist 
nach links gewendet und zeichnet mit 
einem Griffel geometrische Figuren in die 
Luft (einen Kreis, ein Viereck und ein 
Dreieck]. Unten eine Landschaft mit 
Bergen und einem Flusse, wo in der Mitte 
vorn ein Storch, mit einer Schlange im 
Schnabel. 
'64 cnorrsrnrs. xxrnr. 1  24  
B. Kop. A. 41.  Pass. 24. 
Bei der Unterschrift hatte sich der 
Stecher geirrt und als lteihebutzhstaben 
ein E statt des C gesetzt; er liess das 
erstere stehen und korrigirte ein C hinein_ 
S7 bis] Verkehrtseitige Kopie. 
c I GEOME'PRIA xxnn 1 24 
B. Orig. 41.  
S8) Die Arithmetik, Frau in reifem Alter, 
stehend, das Gesicht ein wenig nach links 
gewendet, sie zählt Rechenpfenziige aus 
der rechten in die linke Hand. Der Kopf 
ist mit einem Tuch bedeckt und von 
Lichtstrahlen umgeben. 
 c. I  ARXTMETRICI-IA. xxv.  25  
R. Kop. A. 42.  Pass. 25. 
88 bis) Verkehrtseitige Kopie mit Abände- 
rungen. Die Figur hat die Rechte vor der 
Brust und hält mit der Linken eine 
Rechentafel in die Höhe, die mit drei 
Reihen arabischer Zahlen iblgkllldßrnlasgen 
beschrieben : 
o 
 
 7  8  9  ro  
.4 4-. o (ß .5 
Die beiden oberen Reihen enthalten die 
Zahlen 'l bis 10, die untere soll nach 
 Duchesne (Voyage d'un iconophile, p. 190) 
das Jahr des Stiches 1485 enthalten; 
die Null in der Mitte sei nur eingefügt, 
um die Reihe zu füllen und sie mit den 
oberen Reihen in Harmonie zu bringen, 
 eine höchst wunderliche Konjektur, 
auf die sich Passavant gleichwol für den 
Zeitpunkt, in welchem das Original des 
nTarokkartenspielsir ausgeführt worden sei, 
wie auf etwas Thatsiichliohes beruft. Die 
Rechentafel sollte ein sogenanntes ma- 
gisches Quadrat vorstellen, d. h. eine 
Tafel mit Zahlen, die so geordnet sind, 
dass sie, in jeder beliebigen Richtung zu- 
sammengerechnet, immer dieselbe Summe 
ergeben. Albrecht Dürer auf seinem be- 
rühmten Blatt der Melancholie hat die 
Arithmetik gleichfalls durch eine solche 
Tafel angedeutet; hier tindet man die 
Zahlen 1 bis 16, und die Totalsumme 
beträgt stets 44. Der italienische Stecher
        

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