Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606183
588 Baccio Baldini.  
 
hobenen Linken die Keulenschläge zweier Mä- auf einer Schriftrolle hier abermals der Name: 
naden abzuwehren. Vor ihm an der Erde seine ADBIANNA. Etwas höher und weiter nach rechts 
Leier, Neben der von vorn gesehenen Mänade wird Ariadne von Amor aus dem Wasser gezo- 
ein erschrocken davon laufender Knabe , hinter gen, der wie ein kleiner Christus einen Strahlen- 
ihr ein Baumstamm. Im Hintergrunde rechts ein schein um den ganzen Körper hat; über ihm 
felsiger Berg, auf dem Gipfel desselben eine eine Schriftrolle mit dem Wort: erovn, welches 
Stadt mit Ringmauer und hohem Thurm. qu.4. wol besagen soll, dass Amor sein Rettungs- 
Ottley I. p. 403.  Pass. V. p. 47. N0. 120. geschärft auf Jupitefs Befehl vollbringt. Auf 
Aus der Sammlung Riccardi in Florenz, später einer Schriftrolle hinter dem Kopfe der Ariadne 
bei den englischen Kunstliebhabern Lloyd, Mark steht ihr Name zum vierten Mal: ADRIANNA. 
Sykes und Th.Wilson, jetzt in der-Harzenschen Oben in der Luft, rechts, erscheint Amor in 
Sammlung zu Hamburg, deren Vorsteher, Hr. voller Gloria, wie er die gerettete Ariadne nach 
U. Meyer, in Naumann's Archiv (XVI. 88) fol- dem Olymp trägt. In der Ecke rechts die Königs- 
gende interessante Mittheilung darüber macht: burg von Athen; Argeus stürzt sich ins Meer hin- 
nDIGSGS Blatt ist sehr sauber gestochen, ganz in ab. Unter seinem Kopfe, an der Mauer, steht; 
der Manier der alten venezianischen Tarokkarten, ncno; am Fuß des Thurmes sieht man seine 
besser gezeichnet als die meisten Blätter von Beine aus dem Wasser hervorragen. qu. Fol._ 
Baldini und Botticelli, namentlich als die zum Pass. V. p. 44. No. 105, wo dieses Bl. sehr unge- 
Dante , und sehr glücklich abgedruckt. Es hat nau beschrieben ist. Eines der besten und wich- 
für den figürlichen Theil zur Grundlage eine tigsten unter den dem B. beigelegten Werken; es 
Federzeichnung von A. Dürer, welche die Jahr- ist ebenso ausgeführt, wie das Richthaus des Pila- 
 zahl 1494 trägt und von dem italienischen Stich tus (No. 41], und jedenfalls nach einer Zeich- 
sich, ausser durch ihre Größe, nur durch die nung Botticellfs gestochen. Ariadne gleicht 
landschaftliche Umgebung und durch die Lyra vollkommen dem tlcrentinischen jungen Mädchen 
im Vordergrunde, an deren Stelle der Stich auf dem siebzehnten Blatt der Goldschmied- 
eine Laute hat, unterscheidet. Die Landschaft verzierungen (I, No. 167]; beide sind auf die- 
aber hat der Italiener ganz verändert. In der selbe Art gekleidet und geschmückt. Das vor 
Zeichnung erhebt sich nämlich hinter der Haupt- der Brust ausgekerbte Mieder , die Kleidärmel 
gruppe eine Gruppe von Bäumen und Sträu- mitZaddelbehang, die Falten des aufgeschürzten 
chern; in diesen hängen ein offenes Buch und Obergevvandes, das Stirnband mit dem Juwel 
eine Schriftrolle mit einer Inschrift, während vorn und mit Flügeln an jeder Seite, die oben 
im Stich ein steiler mit einem befestigten Orte wulstig aufgewickelten und unten über den 
gekrönter Felsen stehtn: Hr. Meyer hat jedoch Rücken sich hinabringelnden Haare,  Alles 
Unrecht, wenn er meint, dass dieses Bl. von stimmt an den Figuren überein. Der Sißttliche 
Botticelli gestochen sein könnte; ein so origi- Harnisch des Theseus hat viel Aehnliches mit 
neller und erflndungsreicher Meister hätte sich demjenigen des römischen Kriegers im Richt- 
gewiss nicht dazu verstanden, die Komposition hause des Pilatus (No. 41), auf der linken 
eines andern zu gebrauchen. Der Stich passt Seite, neben der Säule. 
ganz zu den Bll. unserer feinen Manier, und 54) Bacchus und Ariadne. Der vierriiderige Wagen, 
will man ihm absolut einen Namen geben, so auf dem sie sitzen, ist wunderlich aus einem 
würde er schicklicher Baldini getauft. (Vergl. großen, voll Trauben hängenden Weinstock ge. 
Lehrbilderbuch No. 64-413.) zimmert, dessen Reben sich oben in der ganzen 
53) Theseus und Ariadne auf der Insel Kreta, Breite desBlattes ausdehnen und eineArtLaube 
Landschaftsbild. Links stellt ein in Reihen kon- bilden. Der Wagen wird nach rechts von zwei 
zentrischer Kreise abgetheilter Rundbau das La- Centauren gezogen, von denen der eine die 
byrinth vor; an der Aussenwand die Inschrift: Flöte bläst; der andere die Leier schlägt, Ein 
nbbsnmro. Im Vordergrunde rechts steht The- junger und ein älterer Satyr lesen Trauben_ 
seus, angethan mit einer prächtigen Rüstung Ein kleiner Satyr sitzt vorn auf dem Wagen, 
und einem übergeworfenen Mantel, auf dem hinter welchem eine Bacchantin ein todtes Wild 
Kopf einen Helm mit zwei Flügeln und Feder- trägt. qu. Fol. -Pass.V. p. 44. No. 104: nvon 
busch, die rechte Hand auf eine Keule gestützt. B. nach einer Zeichnung Botticellfs gestochen". 
Neben ihm Ariadne, die ihm in ihrem aufge- N. G. 
schützten Kleide drei Garnknäuel reicht. Unten 55) Das Urtheil des Paris. Links die drei Göt- 
auf zwei Schriftrollen die Namen: rrssno und tinnen; Venus streckt die linke Hand nach 
ADEIANNA. Hinter diesen beiden vordersten Paris hin, der ihr den Apfel reicht. Neben dem 
Figuren, in kleinerem Maaßstab und vom Rücken Schäfer sitzt sein Hund.  32 Mill. hoch und 
gesehen, abermals der atheniensische Heros, im breit.  Pass. I. No. 649 (ital. Niell.)  Ottley, 
Begriff, in's Labyrinth zu gehen, nachdem er II. p. 333 [hier dem Baldini zugeschrieben). 
das Fadenende eines Garnknäuels an einem N. G. 
eisernen Ring in der Mauer neben der Thür fest- 56) Derselbe Gegenstand. Paris, ganz geharnischt, 
gebunden. Im Hintergrunds das Meer, von liegt vorn links am Boden und schläft; die drei 
Bergen begrenzt, und links auf einem Felsen, Göttinnen stehen rechts bei einem Springbrun- 
mit dem die Insel Naxos angedeutet ist, die ver- nen. Ein alter Mann im Pelzrock (Merkur in 
lassene Ariadne, an einem Stabe ein Tuch Gestalt eines Turnierherolds) nähert sich dem 
schwenkend; nach rechts davon segelnd das Paris; er hat den Apfel in der Linken und 
Schiü des Theseus. Zu ihren Füßen steht ihr streckt die Rechte nach dem Schläfer aus, um 
Name: ADRIANNA. Unten an dem Felsen der ihn zu wecken. Weiterhin das Pferd des Rit- 
nächste Moment der naiven Erzählung: Ariadne ters und eine befestigte Stadt. In der Ferne 
hat sich in's Meer gestürzt, nur die Beine und am Meeresstrande zwei Schlösser und S eine 
der Stab ragen noch aus dem Wasser hervor; Windmühle. Rund. Durchmesser: 45 Mill. 
        

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