Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606155
Baecio Baldini. 585 
Spruch enthält: vrznnsr mssw rrmvs etc. 
Ihr Haar fällt über den Rücken herunter, 
auf dem Kopf trägt sie über einem Wulst 
eine runde Kappe. Rechts, zwischen ihrem 
Kopfe und der Schriftrolle : srbrnnßhrnrers. 
Oben in der Ecke, links: 9 (verkehrt ge- 
stochen: p). Unten: vrnr LECCBLSO etc. 
 B. 33. 
34) Die Tiburtinische Sibylle, junge Frau, 
nach rechts gewendet, an der Erde sitzend, 
trägt über dem Kleid einen Mantel mit 
einer um Schultern und Nacken herum- 
gehenden Bockshaut und auf dem Kopfe 
eine umgekrempte runde Mütze; auf ihrem 
Schooße liegt ein oiTenes Buch, ihre Rechte 
hält eine Schriftrolle mit dem propheti- 
schen Spruch : NASGETVB. m bsrrrsmsm etc. 
Oben rechts: SIbILLA  rrbvnrma. Oben 
in der Ecke, links: 10. Unten : m overonnro 
etc.  B. 34. 
35) Die Europäische Sibylle, jung, nach links 
gewendet, an der Erde sitzend, trägt ein 
vorne offenes Kleid mit gezaddelten Aer- 
meln und hermelinverbrämtem Saum und 
hat als Kopfputz einen auf der Stirn zu- 
sammengenestelten Bundwulst mit einer 
Sendelbinde, die, lang herabfallend, um 
ihre Arme gewunden ist. Auf einer Schrift- 
rolle neben ihrem Kopfe z SIbILLA  nvnora. 
Oben darüber eine dreizeilige Inschrift: 
vrsurrsr er COLLBS etc. Oben in der Ecke, 
rechts: 11. Unten: vnnm qvnr. vnrmbo 
etc. (der Stecher irrte sich hier, wie an so 
vielen andern Stellen, in der Schrift; das 
erste R im letzten Wort ist aus einem klei- 
nen b gemacht, welches noch sichtbar ist, 
das zweite R durchgestrichen).  B. 35. 
 Photographin in der Luxusausgabe des 
Durazzdschen Auktionskatalogs: 
36) Die Sibylla Agrippa, junge Frau , nach 
links gewendet, auf einem reichgeschmück- 
ten Thronsessel sitzend, mit einem Man- 
tel über dem Kleid; die Perlenschnur um 
den Kopf befestigt ein Tuch, das zu bei- 
den Seiten auf die Schulter herabfallt; mit 
der Linken zeigt sie auf ein offenes Buch, 
dessen Blätter mit zehn Zeilen beschrieben 
sind: ggf, 2:1: etc. Im Friese, auf der 
Rückenlehne des Throns: SXUILLANAGRIPPA. 
Unten: qVNDO BARA qvnstro etc.  B. 36. 
37) Der Erzengel Gabriel, ganze Figur, das Gesicht 
nach rechts gewendet, geht nach links und hält 
in der Rechten eine blühende Lilie, in der Linken 
einen Spruchzettel mit den Worten : avrs MARIA 
emzrs. kl. Fol.  Kopf und Gewand sehr 
schwach; in der Bewegung der Hände ist die 
florentinische Anmuth in Geziertheit ausgeartet. 
Im Katalog Drugulin (Leipzig 1874) dem Sandro 
Botticelli zugeschrieben; verkauft für 480 Fr. 
38) Maria, das Gesicht nach rechts gewendet, in 
reichem Kleide und übergeworfenem Mantel, 
betet das vor ihr an der Erde liegende Christus- 
kind an. Hinter dem Kinde, zur Rechten, Ochs 
und Esel, zur Linken, hinter Maria, eine Hütte. 
Im Unterrande acht italienische Verse : AVB 
FIDBLB etc. 8. Pass. V. p. 40. N0. 97a. 
39) Joseph, nach links gewendet, in Mönchstracht, 
auf einer Bank sitzend, hat die Rechte aus- 
gestreckt, die Linke vor der Brust. Oben auf 
Mßyef, Künstler-Lexikon. II. 
einer Schriftrolle sein Name: rvssrro. Im Unter- 
rande acht italienische Verse: avn vmeo etc. 
8.  Pass. V. p. 40. N0. 97b. 
Dieses Blatt und das vorhergehende, be- 
schrieben bei Ottley und Wilson, gehören, nach 
der Meinung dieser Kunstschriftsteller. zur Folge 
der Apostel und bilden den Schluss derselben, 
weil sie ihnen in Dimension, Arbeit und In- 
schriften vollkommen gleichen. Sie befinden 
sich in der Sammlung des British Museum, und 
sind, allem Anschein nach, wenn auch keine 
Unica, doch uugemeine Seltenheiten. N. G. 
40) Leben und Tod der Maria. Ziemlich großes 
Blatt, in drei größeren und acht kleineren Ab- 
theilungen; von den letzteren füllen je vier die 
beiden Randfelder, von den ersteren zwei das 
Mittelfeld. Auf den linken Randfeldern: 1. die 
Geburt der Maria, darunter: 2. die Vermälung, 
3. die Heimsuchung, 4. die Flucht nach Aegyp- 
ten. Im Mittelfeld unten: 5. die Anbetung der 
Könige. Auf dem rechten Randfeld oben : 6 die 
Darstellung im Tempel, darunter: 7. die Ver- 
kündigung, 8. die Beschneidung, 9. der betle- 
hemitische Kindermord. Im mittleren Feld so- 
dann: 10. der Tod der Maria, 16 Figuren von 
größerer Proportion. als diejenigen der rings- 
herum beiindlichen Darstellungen. Der untere 
Theil dieser Komposition zeigt Maria auf dem 
Paradebett liegend, umgeben von den Aposteln 
und von Christus, welcher die als Wickelkind 
dargestellte Seele seiner Mutter im Arm hält; 
oben darüber, in einer von vier Engeln getrage- 
nen Mandorla, sitzt Maria und reicht ihren Gür- 
tel dem Apostel Thomas. Ganz oben, in der 
letzten Abtbeilung, welche die ganze Breite der 
Platte ausfüllt, erscheint Gott Vater mit oiTenen 
Armen, in der Umgebung von Oherubim und 
Ornamenten. Zwei Engel in halber Figur halten 
auf jeder Seite musikalische Instrumente. Das 
Pariser Exemplar, mit deutlichen Spuren des 
Plattenrandes, misst 271 Mill; Höhe und 205 Mill. 
Breite. Verst. Revil, Paris, 1838, zu 225 Fr. 
u Debois, ibid. 1844, zu 710 n 
Bartsch kannte dieses merkwürdige Blatt nicht. 
Passavant (V. p. 42. N0. 99b) gibt es dem B., mit 
dessen sogenannter Manier es nichts zu schaffen 
hat. Die Behandlung ist unsicherer und in höhe- 
rem Grad anfangerhaft, als die andern bekannten 
Verfahrungsarten; sie zeigt eine große Weich- 
heit und Unbestimmtheit und macht den Ein- 
druck einer leicht gewischten oder getuschten, 
sehr monotonen Zeichnung. In den Köpfen kein 
Schimmer von Ausdruck; die Hände eben so 
steif, wie die gekniffenen Gewandfalten. Die 
Figuren nicht vom llintergrunde abgelöst, trotz 
der dicken Umrisse , die wie zerdossen und ge- 
quetscht erscheinen. In den Schatten nirgends 
Kreuzschraflirungen, bloß einfache, aber nach 
allen Richtungen gezogene und eng aneinander- 
gelegte Striche, die, man weiß nicht, mit wel- 
chem Handwerkszeuge in Kupfer oder anderes 
Metall nicht sowohl geschnitten, als geritzt sind 
und dasselbe gleichsam nur geschrammt haben. 
Der Druck ist matt und stumpf, was offenbar 
von den seichten Schrafflrungen herkommt. Die- 
ses Bl. trägt zu sichtbar den Kindheitscharak- 
ter der Kunst, als dass man sich bedenken 
könnte, es zu den frühesten Proben des Kupfer- 
stichs in Italien zu zählen, und die Art, wie es 
behandelt ist, kann als eine Vorstufe der schon 
weiter gekommenen und nach B. benannten Ma- 
nier angesehen werden. 
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