Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Appiani [i. e. Andreas] - Domenico del Barbiere
Person:
Meyer, Julius Schmidt, Wilhelm Lücke, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1600064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1606140
584 Baecio Baldini. 
ii 
 
mit langer Sendelbinde versehene Haube, 
unter der ein Schleiertuch hervorkommt. 
Oben links: 1, der Name QIIJILLAQERSICHA, 
darunter: nccn FILIVS etc. [der Anfang 
ihres prophetischen Spruches). Im Unter-l 
rande: ECOHO rnacnvr etc.  B. 25. 
26) Die Libysche Sibylle, junges Mädchen, 
nach links gewendet, auf Rasen sitzend, 
auf dem Schooße ein Buch, in dem sie 
liest; über ihrem Kleide trägt sie einen 
langen reichverzierten Mantel, auf dem 
Kopfe einen Rosenkranz, zwei Federbü- 
schel und eine runde Mütze. Oben links; 
2; darunter: srbnms LIbICA. Oben rechts 
eine vierzeilige Inschrift welche anfängt; 
nccn vnnrsnrnu, und endigt mit dem Wort 
Regina. Unten: ILDIVBRR etc.  B. 26. 
27) Die Delphische Sibylle, ernste Frau, nach 
rechts gewendet, auf einem von Wasserum- 
flossenen Terrain sitzend, in der Rechten 
ein großes Horn, in der Linken eine Schrift- 
rolle mit ihrem Namen : BIBILLA DELFICHA. 
Ueber dem Kleide trägt sie den herkömm- 
lichen schwarzen Mantel, auf dem Kopfe 
eine in Form von Widderhörnern umgebo- 
gene Mütze. Oben links: 3, und über dem 
Kopf der Sibylle eine Schriftrolle mit der 
Inschrift ihres prophetischen Spruchs: 
rusenrvn PROPHETA n VIBGINE etc. Unten: 
 NONE nassen etc.  B. 27.  Bei dieser 
letzten Inschrift befindet sich vor dem 
dritten Verse ein b und vor dem vierten 
ein A , welche demnach folgendermaßen 
übereinanderstehen : R  Diese Buchstaben 
siud keineswegs ein Monogramm, wie 
Passavant meint, sie zeigen an, dass die 
beiden Verse in umgekehrter Reihenfolge 
zu lesen sind. (S. die Einleitung). In 
Rücksicht auf Passavant's Annahme gebe 
ich hier die Verse vollständig wieder: 
None daeser lenta ma tranquilla 
Averta lopera e chonsiderare 
b. Dovel profeta grande aincharnare. 
A. Lavenimento ehe alta villa 
Nel ventre verginal Duman ancilla 
Sanza congiunto Duom mortal sa fare. 
  und siehe [2. Vers] das erhabene 
Ereigniss [4.  wodurch der große 
Prophet sich verkörpert [3. V.] in dem 
jungfräulichen Leibe einer Magd [5. V.] 
ohne Zuthun eines sterblichen Man- 
nes   
28) Die Kimmerische Sibylle, mädchenhaft 
hübsch von Angesicht; etwas nach rechts 
gewendet, sitzt auf strahlenden Wolken 
und hält mit beiden Händen ein oITenes 
Buch; ihr langes Haar fällt über die Schul- 
tern herab und ist auf der Stirn mit einem 
Bande umwunden, dessen Zipfel zu bei- 
den Seiten des Kopfes flattern. Oben 
links: 4, und darunter: SIbILLA. curmros. 
Oben rechts eine fiinfzeilige Inschrift: IN 
rvrsnrrm etc. Unten: VNA VBRGINB etc. 
 B. 28.  
29) Die Erythräische Sibylle, die berühmteste 
von allen, etwas nach links gewendet, im 
Nonnenkleid und schwarzen nWeileru (Ka- 
puze). Sie sitzt auf strahlendem Gewölk, 
 das mit einem sternenbesäeten Reif ein- 
gefasst ist, und trägt, als die Verkündige- 
rin himmlischer Strafgerichte, in der Rech- 
ten ein blankes Schwert, mit der Linken 
hält sie eine lange, über ihrem Haupte 
sich hinwindende Schriftrolle mit dem 
prophetischen Sprache: MORTE MORIETVB 
etc. Zu beiden Seiten des Kopfes de; 
Name: SIbILLA. mursa. Oben links in der 
Ecke: 5 (verkehrt q). Unten: nreevanno 
rnnro etc.  B. 29. 
29 a.) Kopie. Am Anfang der dritten Verszeile ; 
vrxrnu m00 statt: vrmr nrcnco, wie im 
Original steht. (Wessely, Kupferstichkab, 
des Berliner Museums. 1875.] 
30) Die Samische Sibylle, nach rechts gewen- 
det, sitzt auf einem, mit reichem Zipfel- 
kissen belegten Sessel, und hat unter ihren 
Füßen ein blankes Schwert; zwischen den 
Blättern des Buches, das sie in der Lin- 
ken hält, ist eine Schriftrolle eingeklemmt, 
 die ihre Weissagung enthält: nccs VBNIET 
etc. Reiches Kostüm: ein Prachtkleid mit 
gesticktem Kragen, eine kostbare Kette, 
hohe Haube mit darüber gebundenem 
Zipfeltuch und darunter hervorkommendem 
Schleier. Rechts, neben ihrem Kopfe, 
SIbILLA  SAMIA. 'Oben in der Ecke, links; 
G. Unten oncno cmsrnnaro etc.  B. 30, 
31) Die Kumäische Sibylle, mädchenhaft jung 
(nach der mittelalterlichen Sage acht Jahre 
alt), nach rechts gewendet, in einem reich- 
geschmückten Kleide mit gezaddelten 
Aermeln, sitzt auf strahlenden Wolkem 
Ihr Haar, den Rücken entlang ilatternd, 
ist im Nacken wulstartig anfgebtmden. In 
der Linken hält sie ein aufgeschlagenes 
Buch, dessen Blätter mit den schon in 
der alten Kirche berühmten und dieser 
Prophetin zugetheilten virgilischen Versen 
beschrieben sind : 
um msnrr rau no 
er vrneo va rno 
nnnnvnr armes 
aarvnm ceno m; 
A BEGNAJAM MITTIT 
 vnuarxro. 
Auf der Schriftrolle über dem Kopfe ; 
SIlJILLA  CVMANA. Oben in der Ecke, links ; 
7. Unten: Lvrrmo am: etc.  B. 31. 
32] Die Hellespontische Sibylle, alt, nach links 
gewendet, auf einem aus dürren Baum, 
zweigen gezimmerten Sessel sitzend und 
mit einem biiurischen Kleide angethan; 
um ihren Hals ist ein Zeuglappen ge- 
wickelt, über den turbanartigen Wulst auf 
dem Kopf ein Tuch gebunden , das unter 
das Kinn herabgeht. Mit der Linken hält 
sie ein geschlossenes Buch, in der Rechten 
eine lange Schriftrolle mit der Prophe- 
zeiung: ex ECCELSO HADITACVLO etc. 
Links , zwischen der Schriftrolle und dem 
Kopf der Sibylle: srbrrma rsnnrsrorrrrcn. 
Oben an derselben Seite, in der Ecke: 8, 
Unten: wenn. MIE SCOLA etc.  B. 32. 
33) Die Phrygische Sibylle, ältlich, nach rechts 
gewendet, mit einem Mantel über dem 
Kleid, sitzt auf strahlenden Wolken. Ihr 
rechter Arm ist entblößt (nach traditio- 
neller Weise), und zeigt auf die Schrift- 
rolle in der Linken, die den prophetischen
        

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